Fakten & Preise geprüft: 2026-06-25

Eine Woche auf Sansibar klingt knapp — ist es aber nicht. Die Insel ist 85 km lang und 39 km breit. Von Stone Town im Westen bis Nungwi im Norden sind es 57 km (ca. 1 Stunde 15 Minuten). Von Stone Town nach Paje an der Ostküste sind es 49 km (ca. 45 Minuten direkt, 1 Stunde per Shuttle). Alles ist erreichbar, ohne zu hetzen.

Das Problem ist nicht die Größe, sondern die Entscheidung: Wer zu lange an einem Ort bleibt, verpasst die Vielfalt. Wer zu schnell wechselt, schleppt Koffer statt Urlaub zu machen.

Die Formel, die ich nach mehreren Besuchen empfehle: 2 Nächte Stone Town → 2 Nächte Nungwi → 3 Nächte Paje.


Überblick: Die 3-Phasen-Formel für 7 Tage

PhaseOrtNächteHauptthema
Phase 1Stone Town2Kultur, Geschichte, Forodhani-Markt
Phase 2Nungwi / Kendwa2Ganzjahresschwimmen, Mnemba-Schnorcheln
Phase 3Paje3Lagune, Delfine, Jozani-Wald

Transfer-Zeiten im Überblick:

  • Flughafen ZNZ → Stone Town: ca. 15–20 Minuten per Taxi (USD 15)
  • Stone Town → Nungwi: ca. 1h15–1h20 (57 km per Privatwagen, ca. USD 45–55)
  • Nungwi → Paje: ca. 2–2,5 Stunden
  • Paje → Flughafen ZNZ: ca. 30–45 Minuten (ca. USD 40–60)

Tag 1 — Ankommen und Stone Town erleben

Morgen / Mittag: Ankunft am Flughafen ZNZ

Der Flughafen liegt 8 km südöstlich von Stone Town — 15–20 Minuten Taxi, USD 15 zum festen Satz. Am besten vorab buchen: Nach langen Flügen verhandelt man schlecht in der Ankunftshalle mit erschöpftem Kopf und schwerem Gepäck.

Das Hotel-Check-in ist meistens ab 14:00 Uhr. Wer früher landet, Gepäck abgeben und gleich los.

Nachmittag: Erste Runde durch die Gassen

Stone Town (Mji Mkongwe) ist seit 2000 UNESCO-Weltkulturerbe. Was das konkret bedeutet: enge Gassen aus Korallenkalkstein, geschnitzte Holztüren, Innenhöfe, die man erst findet wenn man sich verläuft. Kein Stadtplan, kein Ziel — einfach laufen.

Orientierungspunkte: Das Old Fort (Ngome Kongwe) am Waterfront, die Christ Church Cathedral (auf den Ruinen des letzten Sklavenmarktes gebaut), das Haus der Wunder (Beit el-Ajaib). Alle innerhalb von 15 Gehminuten.

Abend: Forodhani Gardens Nachtmarkt

Ab 18:00 Uhr bis ca. 21:00 Uhr täglich. Stalls verkaufen: Urojo (Sansibar-Mix-Suppe), Mshikaki (gegrilltes Fleischspieß), frischen Meeresfrüchte-Grillstand, Zuckerrohr-Saft. Nur Bargeld, TZS oder USD. Auf Straßenfood aus offenen Schüsseln vorsichtig sein — frisch Gegrilltes von der Kohle ist sicherer als vorbereitete kalte Speisen.

Ich esse hier immer die Mshikaki vom Grill und trinke Zuckerrohrsaft. Das ist Sansibar.


Tag 2 — Gewürztour und Gefängnisinsel

Morgen: Gewürztour (2–3 Stunden)

Sansibar-Gewürztouren starten meist 09:00–10:00 Uhr, dauern 2–3 Stunden und kosten ca. USD 15 inklusive Transport aus Stone Town und Verkostung. Die Farmen liegen 20–30 Minuten nordöstlich in Kizimbani und Kidichi.

Was man sieht: Nelken (Sansibar war einmal Weltmarktführer), Zimt, Kardamom, Vanille, schwarzer Pfeffer, Kurkuma — lebendig und in Kontext erklärt. Guides singen, flechten Blätter zu Hüten und schnitzen Ringe aus Palmblättern. Touristisch, aber ehrlich und lehrreich. Wichtig: Frische Gewürze lieber auf dem Darajani-Markt in Stone Town kaufen als direkt auf der Farm — Qualität und Preis sind besser.

Nachmittag: Gefängnisinsel (Changuu Island)

Changuu Island liegt 5,6 km nordwestlich von Stone Town. Bootsfahrt ca. 20–30 Minuten. Kosten: Bootfahrt USD 30–40 Hin/Rück, Eintritt USD 4.

Die Insel wurde um 1860 als Sklavenhalteplatz gebaut, dann 1893 zur britischen Quarantänestation umgebaut — der Name „Gefängnisinsel” ist eine leicht irreführende Vereinfachung; als Gefängnis wurde sie nie genutzt. Heute bekannt für die Aldabra-Riesenschildkröten (seit November 2024 nicht mehr streicheln oder füttern erlaubt).

Abend: Sunset Dhow oder Dachterrasse

Sansibar-Sonnenuntergänge vom Meer aus sind ein eigenes Erlebnis. Shared Sunset Dhow Cruise: ab USD 20–60 pro Person, je nach Boot und Gruppe. Wer lieber trocken bleibt: Livingstone’s Bar oder jede Dachterrasse mit Westblick.


Tag 3 — Stone Town → Nungwi (Nordküste)

Morgen: Check-out und Transfer Nord

Abreise spätestens 09:00 Uhr — früh genug für einen Nachmittag am besten Strand der Insel. Transfer Stone Town → Nungwi: 57 km, ca. 1h15 bis 1h20 per Privatwagen (USD 45–55). Dala Dala ist möglich (ab Darajani Market in Stone Town, Abfahrt wenn voll, ca. TZS 2.000–2.500), dauert aber 2–3 Stunden und erfordert Stone Town als Umsteigeknoten.

Warum Nungwi als zweite Station?

Nungwi und Kendwa sind die einzigen Strände Sansibars, wo man zu jeder Tageszeit schwimmen kann. Die Nordküste liegt im tiefen Wasser — kein Gezeitenflach, das bei Ebbe hunderte Meter Schlamm freilegt. An der Ostküste (Paje, Jambiani, Bwejuu) verschiebt sich das beste Schwimmfenster täglich um ca. 50 Minuten mit der Flut. Wer das nicht weiß, steht am ersten Morgen am Strand und schaut auf trockenen Sand.

Nachmittag: Strand und Mnarani Turtle Sanctuary

Das Mnarani-Naturaquarium am Dorfrand von Nungwi ist eine staatliche Meeresschildkröten-Auffangstation. Eintritt USD 10. Hawksbill- und Grüne Meeresschildkröten werden aufgezogen und wieder freigelassen. Kleines, echtes Naturschutzzentrum — kein Themenpark.

Sonnenuntergang: Kendwa Rocks

1,5 km westlich von Nungwi liegt Kendwa — Sandstrand, der bis in die Nacht belebt bleibt. Monatlich zur Vollmond-Nacht findet hier eine bekannte Beach Party statt. Auch ohne Party: Der Westkurs des Strands ist ideal für Sonnenuntergänge direkt übers Wasser.


Tag 4 — Nungwi: Mnemba-Atoll oder Diveday

Ganztags: Mnemba-Atoll-Ausflug

Mnemba ist das berühmteste Schnorchel- und Tauchziel Sansibars. Die Bootsfahrt vom Muyuni-Pier dauert ca. 20 Minuten, von Nungwi Beach ca. 1 Stunde. Schnorchel-Tagesausflüge starten ab USD 125 pro Person (Worldadventuretours-Preisreferenz; andere Anbieter variieren).

Wichtig: Mnemba ist beliebt und morgens voll. Wer ein ruhigeres Riff sucht: lokale Guides zeigen auf Anfrage weniger bekannte Schnorchelspots nördlich von Nungwi.

Alternative: Fischen und Sandbank

Lokale Fischer bieten Halbtags-Ausflüge in traditionellen Ngalawa-Auslegerbooten an — günstiger als organisierte Touren, direkter Kontakt. Zum Sonnenuntergang wieder in Kendwa.


Tag 5 — Nungwi → Paje (Ostküste)

Morgen: Check-out und Transfer Ost

Nungwi → Paje: ca. 2–2,5 Stunden per Privatwagen. Es gibt keinen direkten Shuttle zwischen den beiden — das läuft über Stone Town. Privatwagen kostet ca. USD 60–80 für den direkten Transfer.

Nachmittag: Paje erkunden

Paje empfängt mit einem anderen Rhythmus als Nungwi. Die Ostküste hat ein ausgeprägtes Gezeitenspiel: Bei Flut ist die Lagune 1–1,5 Meter tief und türkisblau, bei Ebbe liegt ein kilometerweites Sandflach frei. Das klingt wie Nachteil — ist aber das Gesicht der Ostküste.

Erster Nachmittag: Strand erkunden, Strandbar finden, Ebbe und Flut-Wechsel beobachten. Kitesurfer nutzen flaches Niedrigwasser; Schwimmer warten auf Flut.

Am Straßenrand und am Strand sieht man die Algenfarm-Stangen der Mwani Mamas — Frauen-Gruppen aus Jambiani, die Meeresalgen für den Export kultivieren. Jambiani ist 15 Minuten südlich; die Farms sind nur bei Niedrigwasser zugänglich.


Tag 6 — Paje: Aktivitäten nach Wahl

Tag 6 ist der Aktivitäts-Tag. Drei Optionen — alle gut, keine davon kombinierbar für einen normalen Sterblichen ohne Hetzerei.

Option A: Jozani-Wald (Rote Stummelaffen)

Jozani Chwaka Bay Nationalpark liegt ca. 50 km südlich von Stone Town, ca. 20–30 Minuten südlich von Paje. Öffnungszeiten: 07:30–17:00 Uhr täglich. Eintritt USD 12 inklusive Führung.

Der Jozani-Wald ist der einzige Ort auf Sansibar, wo die Roten Stummelaffen (Piliocolobus kirkii) leben — endemisch für die Insel Unguja. Der Bestand auf Sansibar insgesamt wurde beim letzten vollständigen Census (2013–2015) auf 5.862 Individuen gezählt; im Jozani selbst leben ca. 3.000 — etwa die Hälfte des Gesamtbestands. Die Art ist auf der IUCN-Roten Liste als gefährdet (Endangered) eingestuft.

Halbtagsausflug. Morgens früh starten — Affen sind am aktivsten vor 10:00 Uhr.

Option B: Kizimkazi-Delfinausflug

Kizimkazi liegt 30–35 Minuten südlich von Paje. Morgentouren starten 06:00–09:00 Uhr — das ist das beste Zeitfenster wenn die See noch ruhig ist. Zwei Delfinarten: Indo-Pazifische Tümmler (Tursiops aduncus) und Spinner-Delfine (Stenella longirostris). Ganzjährig zu sehen, beste Zeit: Juni bis Oktober und Dezember bis Februar.

Preise variieren; viele Touren aus Paje inklusive Transfer ca. USD 25–40 pro Person. Auf ethische Anbieter achten: nicht jagen, nicht berühren, Delfinen Abstand lassen.

Option C: Kitesurfen in der Paje-Lagune

Die Paje-Lagune ist eines der weltweit besten Lernorte für Kitesurfen: flaches Wasser (kein Sturzrisiko in die Tiefe), konsistenter Kusi-Wind (Juni–September, 12–20 Knoten), warmes Wasser (kein Neoprenanzug nötig). IKO-zertifizierte Schulen bieten Level-1-Kurse vor Ort an.


Tag 7 — Paje: Abschlussmorgen und Flughafen

Morgen: Letzter Strand oder Dorfspaziergang

Paje hat auf Tuchfühlung mit Alltag: Algenbauern bei der Arbeit, Fischerboote, lokale Chai-Shops. Ein Morgenspaziergang durch das Dorf gibt mehr Einblick als jeder organisierte Tour.

Transfer Paje → Flughafen ZNZ

Ca. 30–45 Minuten, USD 40–60 per Taxi. Früh starten: Für internationale Flüge nach Europa (häufig 06:00–08:00 Uhr Abflug oder spätabends) mindestens 3 Stunden vorher am Flughafen. ZNZ hat nur eine Sicherheitskontrolle — bei Hochsaison-Morgenwelle kann die Schlange lang sein.


Praktische Logistik für 1 Woche Sansibar

Transport auf Sansibar:

  • Taxi / Privatwagen: Teuerste Option, aber für Gepäcktransfer zwischen Orten unverzichtbar. Preise vorher aushandeln oder beim Hotel buchen.
  • Dala Dala (lokaler Minibus): Sehr günstig (ca. TZS 500–2.500 je Strecke), sehr langsam. Abfahrt wenn voll, kein Fahrplan. Ideal für kurze Solo-Tagesausflüge ohne Gepäck.
  • Rollermiete: Ca. USD 10–20 pro Tag. Gut für Paje und Umgebung (flach, wenig Verkehr), weniger ideal für Stone Town oder Langstrecken ohne Erfahrung.

Gezeiten auf der Ostküste: Paje, Jambiani und Bwejuu haben ein ausgeprägtes Gezeitenspiel. Das beste Schwimmfenster: ca. 3 Stunden um die Flut (2–3 Stunden vor bis 1 Stunde nach Hochwasser). Das Zeitfenster verschiebt sich täglich um ca. 50 Minuten. Für Wettertide-Zeiten: Apps wie „Tide Chart” oder „Windguru” geben genaue lokale Gezeitenvorhersagen.

Beste Reisezeit:

  • Juni–Oktober: Hauptsaison. Trocken, kühl (26–28°C), stabiler Kusi-Wind — ideal für Kite, Schnorcheln und Delfine.
  • Dezember–Februar: Kaskazi-Winsaison. Wärmer, ruhiger, günstigere Preise.
  • April–Mai: Lange Regenzeit. Viele Hotels schließen, anhaltende Regenfälle, kein guter Zeitraum.

Budget-Richtwerte für 1 Woche:

  • Unterkunft: Budget-Gästehaus ab USD 40/Nacht, Midrange-Hotel USD 80–150/Nacht
  • Transfers: Ca. USD 120–150 für alle Insel-Transfers (Flughafen, Stone Town→Nungwi, Nungwi→Paje, Paje→Flughafen)
  • Aktivitäten (Gewürztour + Gefängnisinsel + Mnemba + Jozani + Delfine): ca. USD 200–250
  • Essen: Lokale Restaurants USD 5–15 pro Mahlzeit; Hotelrestaurants USD 20–40

Was ich auf Sansibar gelernt habe: Ebbe als Taktgeber

Es gibt etwas auf Sansibar, das man nicht in einem Reiseführer findet und das mir erst beim dritten Besuch wirklich aufgegangen ist.

Die Ostküste lebt nach einem anderen Kalender. Nicht Uhrzeit und Wochentag — sondern Ebbe und Flut. Wenn das Wasser kommt, schwimmt man. Wenn es geht, wandert man über das Sandflach zum Riff. Jimbiani-Frauen ernten Algen bei Niedrigwasser, Fischer schieben Boote raus bei aufgehender Flut. Kite-Lehrer schielen auf Windapp und Tide-App gleichzeitig.

Das klingt anstrengend. Ist es nicht. Es ist befreiend. Man hört auf, jeden Moment zu planen, und fängt an, den natürlichen Rhythmus zu lesen. Das ist das Geheimnis von Paje.


Für wen passt welche Variante?

Die 3-Phasen-Formel Stone Town → Nungwi → Paje funktioniert für die meisten Reisenden gut — aber sie ist nicht für jeden der optimale Plan. Hier sind drei häufige Abwandlungen.

Flitterwochen / Honeymoon: Wer Romantik über Aktivitätsvielfalt stellt, tauscht Paje gegen Jambiani. Der Unterschied ist klein, aber merklich: Paje ist der Kitesurf-Hub mit Food Courts, jungen Paaren und lebhafter Strandbar-Szene. Jambiani, 15 Minuten südlich, ist stiller, intimer und hat Boutique-Hotels speziell für Paare und Honeymoon-Gäste. Der Meeresalgenblick aus Richtung Ostküste ist in Jambiani noch ursprünglicher. Mein empfohlener Honeymoon-Plan: 2 Nächte Stone Town → 2 Nächte Nungwi oder Kendwa (Sonnenuntergänge über dem Wasser) → 3 Nächte Jambiani (Boutique-Lodge, ruhige Lagunenmorgen). Für Sonnenuntergänge auf dem Wasser lohnt sich eine Sunset-Dhow-Cruise ab ca. USD 35–44 pro Person.

Backpacker / Budget-Variante: Die Route ist dieselbe — aber die Transportmittel und Unterkünfte ändern sich komplett. Dala-Dala statt Privatwagen: Ein Dala-Dala zwischen Stone Town und Nungwi kostet ca. TZS 2.000–2.500 je Strecke, dauert aber 2–3 Stunden (statt 1h20) und fährt erst ab wenn voll. Budget-Gästehäuser sind schon ab USD 40–70 pro Nacht zu haben. Die Gewürztour für USD 15, geteilte Boote und Gruppentouren senken die Aktivitätskosten deutlich. Als Orientierungsgröße: Wer lokal isst, teilt und Dala-Dala fährt, kommt auf Sansibar gut mit USD 50–100 pro Tag aus — inklusive Unterkunft, Essen und einer Aktivität täglich. Geführte Touren sind auf Anfrage immer teilbar, und Gruppenboote sind Standard. Mein Tipp: Am Hauptstrand nach anderen Solo-Reisenden oder Paaren fragen, die ebenfalls Touren teilen wollen — das reduziert die Kosten erheblich und macht die Ausflüge oft lebhafter.

Familie mit Kindern: Kinder erinnern sich an Sansibar wegen drei Dinge: Die Mnarani Schildkröten-Auffangstation in Nungwi (Eintritt USD 10, echte Grüne Meeresschildkröten und Hawksbill-Schildkröten werden aufgezogen und freigelassen), die Roten Colobus-Affen im Jozani-Wald (Eintritt USD 12, sie kommen nah heran) und das Meeresfrüchte-Barbecue bei Safari Blue. Für die Einreise gilt: Die ZIC-Pflichtversicherung kostet für Kinder zwischen 3 und 17 Jahren ca. USD 22, Kinder unter 3 Jahren sind kostenlos versichert. Den Jozani-Ausflug auf den frühen Morgen legen — Affen sind vor 10:00 Uhr am aktivsten, die Mittagssonne auf der Rückfahrt lässt sich dann in der Lodge verbringen.


Was unbedingt vorbuchen — und was nicht

Ein häufiger Fehler: Entweder alles vorbuchen (unnötig) oder gar nichts (und dann ohne ZIC-Versicherung an der Grenze stehen). Hier ist die ehrliche Aufteilung.

Unbedingt vorab erledigen:

  • ZIC Reiseversicherung (Pflicht). Seit dem 1. Oktober 2024 ist die Zanzibar Insurance Card für alle Einreisenden aus dem Ausland obligatorisch. Die einzige offizielle Bezahlmöglichkeit ist das Online-Portal unter inbound.visitzanzibar.go.tz — der QR-Code wird bei der Einreise am Flughafen gescannt. Der Preis ist festgelegt: USD 44 pro Erwachsener, ca. USD 22 pro Kind (3–17 Jahre), Kinder unter 3 kostenlos. Wichtig: Diese Versicherung ersetzt nicht die eigene Reisekrankenversicherung — sie ist eine Pflichtabgabe, keine vollständige Absicherung. Mindestens 2–3 Tage vor Abflug kaufen, damit der QR-Code garantiert im System ist.
  • Tansania-Visum (USD 50). Single-Entry-Visum für die meisten Nationalitäten: entweder online vorab oder bei Ankunft. Beides ist möglich; ich buche es immer online — man spart Wartezeit in der Ankunftshalle nach einem langen Flug.
  • Flughafentransfer. Besonders für frühe Morgenflüge oder nach Langstrecken — nach 11 Stunden Flug will man nicht an der Taxi-Schlange feilschen.
  • Mnemba-Atoll-Schnorcheltour. Beliebt, die besten Bootsspots werden früh vergeben. Mindestens 3–5 Tage vorher buchen, besonders in der Hauptsaison Juni–Oktober.

Vor Ort buchen oder einfach hingehen:

  • Gewürztour: USD 15, immer verfügbar, kein Engpass. Einfach am Morgen beim Hotel oder an der Forodhani-Uferpromenade buchen.
  • Forodhani-Nachtmarkt: Kein Ticket, kein Reservierungsbedarf — einfach hingehen.
  • Jozani-Wald: Eintritt USD 12 vor Ort bezahlen, kein Vorbuchen nötig.
  • Dala-Dala: Abfahrt wenn voll, kein Fahrplan, kein Reservierungssystem.
  • Lokale Fischerboote: Halbtags-Ausflüge direkt am Strand verhandeln. Günstig, flexibel, kein Mittelsmann nötig.

Ich habe bei meinen Sansibar-Besuchen gelernt: Die ZIC-Versicherung ist der einzige Punkt, bei dem kein Spielraum besteht. Alles andere — Touren, Transfers, Restaurants — lässt sich vor Ort problemlos organisieren, wenn man nicht auf exakt einen bestimmten Termin festgelegt ist.


Was diese Woche nicht abdeckt — ehrliche Einschränkungen

Ein 7-Tage-Plan kann viel, aber nicht alles. Hier ist was dieser Plan bewusst auslässt — und warum.

Pemba Island: Die Schwesterinsel nördlich von Sansibar ist erreichbar nur per Flug (ca. 45 Minuten). Pemba ist weniger touristisch entwickelt und gilt unter Tauchern als Geheimtipp — tiefe Wände, unberührte Riffe, kaum Masse-Tourismus. Wer Pemba ernsthaft erleben will, plant mindestens 2 extra Tage ein, besser 3–4. Einzubinden in eine 7-Tage-Sansibar-Reise ist schwierig — der Flugaufwand lohnt sich nur für einen längeren Aufenthalt.

Chumbe Island: Chumbe liegt 12 km südlich von Stone Town und ist das erste privat verwaltete marine Schutzgebiet der Welt. Das Riff um die Insel ist außergewöhnlich gut erhalten. Tagesausflüge von Stone Town sind möglich und dauern ca. 45 Minuten per Boot. Wer Schnorcheln über Tauchen stellt und ein ruhigeres Erlebnis als Mnemba sucht, sollte Chumbe in Betracht ziehen. Es passt als Ersatz für den Gefängnisinsel-Ausflug an Tag 2.

PADI Open Water Kurs: Wer Tauchen lernen will, braucht mindestens 3 Tage nur dafür. Das lässt sich in 7 Tagen technisch einbauen, aber es opfert fast alle anderen Aktivitäten. Mein Rat: Entweder Tauchen als Hauptziel planen (dann mehr Zeit einrechnen), oder mit einem Schnuppertauchgang anfangen (1 Tag) und den Kurs für eine längere Reise aufheben.

Festland-Safari kombiniert: Safari + Sansibar ist eine der klassischen Ostafrika-Kombinationen — Serengeti, Ngorongoro, Tarangire und dann Erholung auf Sansibar. Das funktioniert gut, braucht aber mindestens 10–14 Tage insgesamt, damit sich keine Seite gehetzt anfühlt. Für 7 Tage entweder Safari oder Sansibar — nicht beides.

Wenn ich 10 Tage statt 7 hätte: Ich würde 3 Tage Stone Town statt 2 (mit Chumbe-Ausflug), 2 Nächte Nungwi behalten, und statt 3 Nächte Paje auf 5 Nächte Jambiani gehen. Den eingesparten Tag würde ich für eine ungebuchte, planlose Bootsfahrt mit lokalen Fischern nutzen — kein Ziel, kein Programm, nur Meer.


Packliste für genau 1 Woche Sansibar

Nicht die übliche „alles mitnehmen”-Liste. Nur was wirklich gefragt wird oder was Leute regelmäßig vergessen.

Steckdosen und Strom: Tansania nutzt Typ G (britischer 3-poliger Stecker, der Standard) und vereinzelt Typ D (indischer 3-poliger Stecker). Spannung: 230V / 50Hz. Wer Geräte mit europäischem Schuko-Stecker (Typ F) mitbringt, braucht einen Reiseadapter. Die meisten Hotels in Sansibar haben aber USB-Ladebuchsen direkt an der Steckdose oder am Nachttisch — trotzdem einen universellen Adapter mitbringen.

Sonnenschutz: SPF 30 oder höher, alle 2 Stunden neu auftragen — auch bei Bewölkung, besonders beim Schwimmen und Schnorcheln. Die UV-Intensität nahe dem Äquator ist deutlich höher als in Mitteleuropa. Ich habe mir einmal in Paje beim Schnorcheln den Rücken verbrannt, weil ich vergessen hatte nachzucremen. Seitdem: Sonnenschutz immer im Tagesrucksack, nicht im Hotelzimmer.

Malaria-Prophylaxe: Sansibar liegt im Malariagebiet. Die Beratung beim Hausarzt oder Tropeninstitut sollte 4–6 Wochen vor der Reise erfolgen, da manche Prophylaxemittel (z.B. Malarone) früh genug begonnen werden müssen. Nicht erst eine Woche vorher daran denken — die Vorlaufzeit ist wichtig.

Trinkwasser: Leitungswasser auf Sansibar ist nicht trinkbar. Auch das Zähneputzen nur mit Flaschenwasser. Größere Hotels haben meistens eine Karaffe mit gefiltertem Wasser im Zimmer — trotzdem nachfragen.

Bargeld und Zahlungsmittel: Seit dem 28. März 2025 sind lokale Zahlungen in Tansania offiziell nur noch in Tansanischen Schilling (TZS) erlaubt. Märkte, Dala-Dalas, Straßenstände und die meisten lokalen Restaurants akzeptieren keine USD mehr. In Hotels und Resorts sind Kreditkarten üblich, aber mit einem Aufschlag von 3–5% zu rechnen. Geldautomaten in Stone Town funktionieren zuverlässig; am Flughafen tauschen ist teuer — besser am ersten Abend in der Stadt Geld abheben.

Kleidung abseits des Strands: Sansibar ist zu etwa 99% muslimisch. Im Dorf, auf dem Markt, in der Moschee und in Stone Town Schultern und Knie bedecken — für Männer und Frauen. Am Strand und am Resort gelten die üblichen Baderegeln. Ein leichtes Leinentuch oder Sarong ist praktischer als spezielle Kleidung: Es schützt beim Snorcheln vor Sonne, dient als Strandüberwurf und deckt ab beim Spaziergang durchs Dorf.

Ich packe immer eine kleine Apotheke mit: Ibuprofen, Durchfall-Tabletten, Pflaster, Insektenspray (DEET 30%+). Sansibar hat Apotheken, aber die sind nicht immer nahe am Strand-Resort.


Frequently asked questions


Was ist der beste Reiseplan für 1 Woche Sansibar?

Die bewährteste Reiseroute für 7 Tage: 2 Nächte Stone Town (Gewürztour USD 15, Gefängnisinsel 20–30 Minuten per Dhow, Forodhani-Nachtmarkt) → 2 Nächte Nungwi/Kendwa (ganzjährig schwimmbar, Mnemba-Atoll-Schnorcheln ab USD 125) → 3 Nächte Paje (Kitesurfen, Jozani-Wald Eintritt USD 12, Kizimkazi-Delfine morgens 06:00–09:00 Uhr). Transferzeiten: Stone Town → Nungwi ca. 1h15–1h20 (57 km); Nungwi → Paje ca. 2–2,5 Stunden.

Wie viele Tage sollte ich in Stone Town verbringen?

Zwei volle Tage reichen für Stone Town: Tag 1 Ankunft, Stadtspaziergang und Forodhani-Nachtmarkt; Tag 2 Gewürztour morgens (2–3 Stunden, USD 15) und Gefängnisinsel (Changuu Island) nachmittags — 5,6 km nordwestlich, 20–30 Minuten per Dhow, Eintritt USD 4 plus Bootfahrt USD 30–40. Mehr als 2 Nächte lohnt sich nur für Geschichtsinteressierte oder bei schlechtem Wetter.

Reicht 1 Woche für Sansibar?

Ja, 1 Woche reicht gut für Sansibar — die Insel ist 85 km × 39 km, alle drei Hauptziele (Stone Town, Nungwi, Paje) lassen sich in 7 Tagen besuchen. Wer Safaris auf dem Tansania-Festland kombinieren will, sollte mindestens 10 Tage einplanen. Für reine Strandentspannung reichen 5 Tage, für alle Aktivitäten (Tauchen, Jozani, Delfine, Gewürztour, Stone Town) sind 10–14 Tage besser.

Was ist die beste Unterkunftsbasis auf Sansibar?

Das kommt auf das Ziel an: Nungwi und Kendwa (Nordküste) haben das ganzjährig beste Schwimmbad — kein Gezeitenflach, das Ebbe impassabel macht. Paje (Ostküste) ist Pflicht für Kitesurfer und als Basis für Jozani und Kizimkazi-Delfine. Stone Town eignet sich als erste und letzte Nacht, aber nicht als Hauptbasis — es gibt keinen Strand direkt am Town. Für 1 Woche: 1–2 Nächte Stone Town, dann Küstenhotel.

Kann man Nordküste und Ostküste Sansibars in 1 Woche erkunden?

Ja, problemlos. Der Transfer von Nungwi (Nordküste) nach Paje (Ostküste) dauert ca. 2–2,5 Stunden per Privatwagen. Die klassische Route Stone Town → Nungwi → Paje ergibt ein logisches Dreieck ohne doppelte Fahrten. Wer von Paje zum Flughafen muss, plant 30–45 Minuten Fahrtzeit ein — deutlich kürzer als von Nungwi (ca. 1 Stunde).

Wann ist die beste Reisezeit für Sansibar?

Juni bis Oktober ist die beste Reisezeit: trocken, kühl (26–28°C), stabiler Kusi-Wind für Kitesurfer, gute Sichtweiten beim Tauchen und Schnorcheln. Juli und August sind Hochsaison — ideal für Familien. Die zweite Trockenzeit Dezember bis Februar ist ruhiger und oft günstiger. April und Mai (lange Regenzeit) meiden — anhaltende Regenschauer, viele Hotels geschlossen.

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