Fakten & Preise geprüft: 2026-06-25
Kilimanjaro komprimiert die Klimazonen der Welt in einen einzigen Aufstieg. In fünf Tagen gehst du vom tropischen Regenwald durch Riesenheide-Hochland und karge alpine Wüste bis zum permanenten Eis am Uhuru-Gipfel auf 5.895 m. Kein anderer Berg der Erde bietet diese Verdichtung so zugänglich. Jede Zone hat ihre eigene Atmosphäre, ihre eigene Flora, ihre eigene Wetterlogik — und ihre eigenen Anforderungen an Ausrüstung und Körper.
Warum Klimazonen für Bergsteiger wichtig sind
Wer den Kilimanjaro besteigt, der packt für mehrere Kontinente gleichzeitig. Die Ausrüstung, die in der Waldzone bei 1.800 m angenehm ist, reicht für die Gipfelnacht bei -20°C Windkühle nicht aus. Das Tier, das man auf dem unteren Moorland sieht, kommt auf dem alpinen Wüstenpfad nicht mehr vor. Der Regen, der im Regenwald fällt, verwandelt sich auf dem Gipfel in Schnee.
Die fünf Zonen ändern sich in diesen Dimensionen gleichzeitig:
| Zone | Höhe | Temperatur | Flora | Fauna |
|---|---|---|---|---|
| Kultivierung | 800–1.800 m | Warm, tropisch | Kaffee, Bananen | Vögel, Hausrinder |
| Bergregenwald | 1.800–2.800 m | 12–18°C; feucht | Montanwald, Moose, Flechten | Stummelaffen, Hartlaubs Turako |
| Heide & Moorland | 2.800–4.000 m | 5–15°C; Nächte unter null | Erica-Heide bis 10 m, Riesengreiskräuter | Raben, selten Greifvögel |
| Alpine Wüste | 4.000–5.000 m | 0–10°C Tag; weit unter null Nacht | Nur Riesengreiskraut und Riesenlobelie | Fast keine Fauna |
| Arktischer Gipfel | 5.000–5.895 m | -10 bis -20°C Windkühle | Keine Vegetation | Keine |
Das Prinzip der Breiten-zu-Pol-Kompression: Was in Europa auf 4.000 Kilometer verteilt ist — von der Mittelmeer-Macchia bis zur arktischen Tundra — durchschreitet man am Kilimanjaro in zwei Tagen. Diese Verdichtung macht den Berg zu einem der geographisch dramatischsten Trekkingerlebnisse der Welt, unabhängig davon, ob man den Gipfel erreicht.
Zone 1 und 2 — Kultivierung und Bergregenwald (800–2.800 m)
Die unterste Zone ist bewohnt. Rund um den Kilimanjaro-Fuß leben die Chagga-Gemeinschaften auf dem fruchtbarsten Vulkanboden Ostafrikas: Kaffeeplantagen — Kilimanjaro AA ist eine der bekanntesten ostafrikanischen Kaffeesorten — Bananenstauden, Maisfelder. Die meisten Trekker fahren durch diese Zone per Fahrzeug zum Parktor, ohne sie wirklich als Bergzone wahrzunehmen. Sie ist trotzdem da.
Ab dem Parkeingang beginnt die Waldzone ernsthaft. Zwischen 1.800 und 2.800 m empfängt die Waldzone des Kilimanjaro 1.000–2.000 mm Regen pro Jahr; auf den Südhängen steigt diese Zahl auf 2.000–3.000 mm. Das bedeutet: feuchter Boden, moosbärtige Äste, hängende Flechten, dauernder Nebel in der Nachmittagsstunde. Der Weg ist oft schlammig und von Baumwurzeln durchzogen.
Flora: Afrikanische Podocarpus-Nadelbäume, wilde Feigen, Ölbäume. Weiter oben werden die Bäume kleiner, enger, moosbedeckter. Überall hängen Flechten wie grüner Bart von den Ästen.
Fauna: Der Schwarzweiße Stummelaffe (Colobus guereza) ist die Signatursart der Waldzone. Weiße Mantelhaare, schwarz-weißes Gesicht, lautstarkes Rufen in der Morgendämmerung — man hört sie meist bevor man sie sieht. Blaue Meerkatzen (Cercopithecus mitis) kommen ebenfalls vor. Hartlaubs Turako ist der bemerkenswerteste Waldvogel: grün-schwarzes Gefieder mit einem scharlachroten Blitz unter den Flügeln, der erst sichtbar wird, wenn der Vogel fliegt. Leopard, Büffel und Elefant sind in der Waldzone heimisch, werden aber von Trekkern selten gesehen.
Was diese Zone bedeutet: Die Waldzone ist die Eingewöhnungszone. Kein Akklimatisierungsdruck, angenehme Temperaturen, lebendige Landschaft. Die meisten Bergsteiger verbringen ihren ersten Trekkingtag hier und kommen abends ins Camp bei 2.800–3.000 m, genau an der Grenze zur Moorlandzone.
Zone 3 — Heide und Moorland (2.800–4.000 m)
Der Übergang von der Waldzone zur Heide ist einer der dramatischsten Momente eines Kilimanjaro-Aufstiegs. Ich beschreibe ihn weiter unten in meinem Beobachtungs-Abschnitt. Hier die sachlichen Fakten.
Über 2.800 m lichten sich die Bäume. Riesenheide (Erica arborea) übernimmt — und sie wächst hier nicht als Strauch, sondern als echter Baum, bis zu 10 Meter hoch, mit verknorzelten silbrigen Ästen und einem Baldachin aus nadelfeinen Blättern. Weiter oben, ab etwa 3.500 m, öffnet sich die Heide zu offenem Moorland: Rasengras, Kieselpfade, und die ersten Riesengreiskräuter (Senecio) tauchen auf — vereinzelt zuerst, dann dichter werdend.
Temperatur: 5–15°C tagsüber, je nach Wolkendecke und Wind. Nächte fallen nahe an oder unter den Gefrierpunkt. Der Unterschied zur Waldzone ist bei der Ankunft im Moorlandcamp sofort spürbar.
Fauna: Wildleben ist deutlich reduziert. Weißnacken-Raben sind die zuverlässigsten Begleiter — sie kennen die Camps und haben keine Scheu. Vereinzelte Greifvögel kreisen über dem offenen Moorland.
Höhenkrankheit beginnt hier: Bei vielen Bergsteigern setzt bei 3.000–3.500 m der erste leichte Kopfschmerz ein. Das ist normal und noch kein Alarmsignal. Wichtig ist, das Tempo zu drosseln, viel Wasser zu trinken und auf Verschlechterung zu achten. Wer einen Diamox-Zyklus begonnen hat, sollte ihn konsequent fortführen.
Zone 4 — Alpine Wüste (4.000–5.000 m)
Über 4.000 m wird es still. Nicht stiller — still. Fast keine Vögel mehr. Der Wind ist das dominante Geräusch. Die Vegetation hat sich auf zwei Pflanzenarten reduziert: Riesengreiskraut und Riesenlobelie — und beide sehen aus wie keine Pflanze, die man zuvor gesehen hat.
Die alpine Wüste wirkt trostlos, aber sie ist nicht leer. Es ist eine Landschaft mit ausgeprägter Textur: silberner Lavaboden, orange-rote Felsen, vereinzelte Senecio-Silhouetten, weite Sicht bei klarem Wetter. Barafu-Camp liegt in dieser Zone auf 4.673 m und ist der Ausgangspunkt für den Gipfelsturm.
Temperatur: 0–10°C tagsüber — die UV-Strahlung auf dieser Höhe täuscht über die reale Kälte hinweg. Auf 4.000+ m ist die UV-Intensität erheblich höher als auf Meereshöhe; Sonnenschutz ist nicht optional. Nachts sinken die Temperaturen weit unter null, und im Barafu-Camp, direkt vor dem Gipfelsturm, herrschen oft -5 bis -10°C.
Barafu-Camp (4.673 m): Hier schlafen die meisten Bergsteiger kurz — meistens wenige Stunden — bevor der Aufbruch um Mitternacht beginnt. Der Schlaf ist flach durch den Sauerstoffmangel; das ist normal. Was hier geschlafen wird, ist dennoch entscheidend für die Kapazität im Gipfelanstieg.
Zone 5 — Arktischer Gipfel (5.000–5.895 m)
Über 5.000 m gibt es keine Vegetation mehr. Fels, Schnee, Eis, Scree. Die Gipfelzone des Kilimanjaro ist eine Eiswüste mit einem Krater (Reusch-Krater, ~250 m Durchmesser mit der Aschegrube im Inneren) und drei Gletschersystemen: dem Furtwängler-Gletscher (der größte verbleibende), dem Nördlichen Eisfeld und dem Südlichen Eisfeld.
Die Gletscher ziehen sich zurück. Das Nördliche Eisfeld hat nach wissenschaftlichen Messungen mindestens 11.700 Jahre überdauert und überstand sogar eine rund 300-jährige Dürreperiode vor etwa 4.200 Jahren. Was Ernest Hemingway 1936 in “The Snows of Kilimanjaro” beschrieb, war erheblich mächtiger als das heutige Eis. Das Tempo des Rückzugs hat sich im 20. und 21. Jahrhundert beschleunigt. Das Eis, das Bergsteiger heute sehen, ist das letzte eines jahrtausendelangen Systems.
Uhuru Peak (5.895 m): Afrikas höchster Punkt. Das gelbe Holzschild mit dem Schriftzug ist seit Jahrzehnten das meistfotografierte Schild des Kontinents. Guides halten die Gipfelaufenthalte auf 10–15 Minuten begrenzt — Erschöpfung und Hypoxie machen längere Aufenthalte riskant.
Gipfelnacht-Temperatur: -10 bis -20°C mit Windkühle. Das ist kein ungünstiges Wetter — das ist der Normalzustand. Wer mit unzureichender Kälteschutzkleidung am Gipfel ankommt, dreht um. Nicht wegen des Willens — wegen der Physiologie.
Riesenpflanzen — Riesengreiskraut und Riesenlobelie
Die beiden pflanzlichen Signaturen des Kilimanjaro verdienen einen eigenen Abschnitt, weil sie biologisch außergewöhnlich sind.
Riesengreiskraut (Dendrosenecio kilimanjari):
Wächst als baumartige Pflanze mit einem dicken, oft hohlen Stamm, der von einer Rosette großer, ledrig-saftiger Blätter bekrönt wird. Das Wachstum ist extrem langsam: etwa 1 cm pro Jahr. Ein Exemplar mit 3 Metern Stamm kann 300 Jahre alt sein. Das ist kein Vergleich — das ist Biologie: ein Organismus, der drei Jahrhunderte Kilimanjaro-Klima überstanden hat.
Die Anpassung an Frost-Tauwetter-Zyklen ist elegant: Der hohle Stamm fängt warme Luft ein, die sich tagsüber durch Sonnenwärme aufheizt und nachts als isolierendes Polster wirkt. Die wachsende Spitze (Meristem) bleibt so in einem Temperaturgepuffer. Riesengreiskräuter kommen nur auf wenigen ostafrikanischen Hochland-Vulkanen vor — Kilimanjaro, Mount Kenya, Rwenzori, Elgon.
Riesenlobelie (Lobelia deckenii):
Bildet zunächst eine breite Grundrosette mit silbrig-grünen Blättern. Diese Rosette kann jahrelang so bleiben — bis die Pflanze einmalig blüht: Sie schießt einen hohen Blütenspieß aus der Mitte, produziert Samen und stirbt dann. Dieses Muster heißt Monokarple Blüte (auch semelpar). Beim Wandern durch die Moorlandzone sieht man entweder die ruhenden Rosetten oder, seltener, das dramatische Blütenschild. Nach der Blüte ist die Pflanze tot, aber der trockene Spieß bleibt noch Monate stehen.
Beide Pflanzen existieren fast ausschließlich auf ostafrikanischen Vulkanen. Sie sind nicht nach Nordafrika oder ins tropische Tiefland verbreitet — die Kombination aus Vulkanboden, extremer Höhe und äquatorialer Lage hat eine einzigartige ökologische Nische geschaffen.
Ausrüstung pro Zone
Der Kilimanjaro fordert Ausrüstung für ein Temperaturspektrum von +28°C am Machame Gate bis -20°C auf dem Gipfel. Das bedeutet konsequentes Schichten — und das Wissen, wann welche Schicht kommt.
Zone 2 — Regenwald (1.800–2.800 m):
- Wasserdichte Hardshelljacke und -hose täglich einsatzbereit halten (Nachmittagsregen ist in der Waldzone Normalzustand)
- Trekkingstiefel mit Grip für rutschige Baumwurzeln
- Insektenschutz — unter der Waldlinie ist Malaria-Prophylaxe noch relevant
Zone 3 — Heide und Moorland (2.800–4.000 m):
- Windschichten: Fleecejacke abends ab Camp-Ankunft
- Mütze und Handschuhe für die Nacht
- Erste Höhenkopfschmerzen melden sich hier — Diamox weiterführen, Wasseraufnahme erhöhen
Zone 4 — Alpine Wüste (4.000–5.000 m):
- Volles Schichtsystem beim Aufstieg zu Barafu
- Sonnencreme SPF 50+ plus Sonnenbrille Kategorie 3–4 UV konsequent tragen — UV-Intensität ist auf dieser Höhe erheblich
- Thermosflasche für Wasser (normale Flaschen frieren in der Gipfelnacht ein)
- Gipfelnacht-Vorbereitung: alle Schichten am Abend vor dem Start anlegen
Zone 5 — Arktischer Gipfel (5.000–5.895 m):
- Daunenjacke (800+ Füllkraft), Hardshelljacke darüber, Isolationshose, Fäustlinge über Handschuh-Linern, Sturmhaube unter Mütze
- Stirnlampe: 300–400 Lumen, Ersatzbatterien mitführen (Kälte entlädt Batterien schnell)
- Gamaschen über den Stiefeln halten Vulkanasche beim Abstieg aus dem Schuh
Die Kilimandscharo Packliste deckt alle Ausrüstungsentscheidungen im Detail ab — mit zonenspezifischen Empfehlungen für das 3-Lagen-System, Gipfelnacht-Ausrüstung und was in Arusha bleibt.
Tims Wald-zu-Moorland-Übergang
Das erste Mal als ich die Waldzone am Kilimanjaro verließ — aus den Bäumen heraus in die offene Heide um 2.800 m — fühlte ich den Wechsel bevor ich ihn bewusst registrierte. Die Temperatur fiel. Das Licht änderte sich: nicht mehr das gefilterte Grün des Waldes, sondern offenes, silbrig-weißes Licht. Und dann öffnete sich die Aussicht.
All dieses weite, offene Moorland, das aufwärts rollte und sich öffnete. Riesenheide-Silhouetten links und rechts. Und darüber, zum ersten Mal sichtbar nach zwei Tagen zwischen Bäumen, die Kuppel des Kibo — weiß mit Schnee, fast unwirklich groß, fast zu nah.
Nach zwei Tagen im Wald hatte ich den Gipfel vergessen. Ich hatte auf Baumwurzeln geachtet, auf Schlamm, auf den Rücken des Guides vor mir. Aus den Bäumen herauszukommen und Uhuru zum ersten Mal zu sehen ist der Moment, den die meisten Kletterer als den Punkt beschreiben, an dem sie verstanden, was sie sich vorgenommen hatten.
Nicht Angst. Nicht Zweifel. Verstehen. Ein Berg, der einen ganzen Horizont ausfüllt, sieht anders aus als auf einem Foto. Er sieht aus wie Arbeit — echte, ernsthafte, lohnende Arbeit.
Häufige Fragen
Welche Vegetationszonen hat der Kilimanjaro?
Der Kilimanjaro hat fünf verschiedene Vegetations- und Klimazonen vom Sockel bis zum Gipfel. Zone 1 (Kultivierung, 800–1.800 m): Bauernhöfe, Kaffee, Bananen. Zone 2 (Bergregenwald, 1.800–2.800 m): dichter Regenwald mit 1.000–2.000 mm Regen/Jahr (Südhänge bis 3.000 mm); Schwarzweiße Stummelaffen, Blaue Meerkatzen, Hartlaubs Turako. Zone 3 (Heide und Moorland, 2.800–4.000 m): Riesenheide bis 10 m, offenes Moorland, erste Riesengreiskräuter. Zone 4 (Alpine Wüste, 4.000–5.000 m): fast leblos; Riesengreiskraut und Riesenlobelie; Barafu-Camp 4.673 m. Zone 5 (Arktischer Gipfel, 5.000–5.895 m): Fels, Eis, zurückziehende Gletscher, kein Pflanzenleben.
Wie ist das Wetter in den verschiedenen Zonen des Kilimanjaro?
Das Wetter ändert sich dramatisch mit der Höhe. Die Waldzone (1.800–2.800 m) ist warm und häufig regnerisch — 12–18°C tagsüber mit regelmäßigem Nebel und Regen (1.000–2.000 mm/Jahr). Die Moorlandzone (2.800–4.000 m) ist kühler — 5–15°C tagsüber, nahe Gefrierpunkt oder darunter nachts. Die alpine Wüste (4.000–5.000 m) hat extreme Temperaturschwankungen: warm tagsüber durch intensive UV, tief unter null nachts. Die Gipfelzone hat -10 bis -20°C mit Windkühle und erfordert ernste Kälteschutzkleidung.
Was für Tiere kann man am Kilimanjaro sehen?
Wildtiere konzentrieren sich in der Waldzone (1.800–2.800 m). Schwarzweiße Stummelaffen (Colobus guereza) sind Signaturart und werden häufig gesehen. Blaue Meerkatzen (Cercopithecus mitis) sind ebenfalls präsent. Hartlaubs Turako ist der bemerkenswerteste Waldvogel — grün-schwarzes Gefieder mit scharlachrotem Flügelblitz. Elefant, Büffel und Leopard sind in der Waldzone heimisch, werden aber von Trekkern selten gesehen. Über der Waldlinie nimmt das Wildleben stark ab.
Was sind Riesengreiskraut-Pflanzen am Kilimanjaro?
Riesengreiskraut (Dendrosenecio kilimanjari) sind baumartige Pflanzen mit dickem Stamm, der von einer Rosette großer saftiger Blätter gekrönt wird. Sie wachsen etwa 1 cm pro Jahr — ein 3 Meter hohes Exemplar kann 300 Jahre alt sein. Der hohle Stamm fängt warme Luft ein und schützt die wachsende Spitze vor Frost. Riesengreiskräuter kommen nur auf ostafrikanischen Hochland-Vulkanen vor.
Verschwinden die Gletscher des Kilimanjaro?
Ja. Das Nördliche Eisfeld hat mindestens 11.700 Jahre überdauert, aber das Tempo des Rückzugs hat sich im 20. und 21. Jahrhundert erheblich beschleunigt. Der Furtwängler-Gletscher ist der größte verbleibende. Wissenschaftliche Projektionen deuten darauf hin, dass das verbleibende Eis innerhalb einiger Jahrzehnte vollständig verschwinden könnte.
Welche Zone finden die meisten Leute am schwersten?
Der Übergang von der alpinen Wüstenzone in die arktische Gipfelzone in der Gipfelnacht — Barafu Camp (4.673 m) um Mitternacht bis Uhuru Peak (5.895 m) — wird am häufigsten als das Schwerste berichtet. 1.222 m Höhengewinn in Dunkelheit, Kälte (-10 bis -20°C mit Windkühle) und bei sauerstoffarmer Luft, nach kaum Schlaf und mehreren Trekkingtagen.
Wer den Kilimanjaro besteigt, wird durch alle fünf Zonen geführt — aber Akklimatisierung, nicht Fitness, entscheidet über den Gipfelerfolg. Der Kilimandscharo Höhenkrankheits-Guide erklärt AMS, HACE und HAPE, Diamox-Verwendung, und wann man umkehren muss.
Für Routenwahl nach Zonenprofil und Akklimatisierungstagen — Machame vs. Lemosho vs. Northern Circuit — erklärt der Kilimandscharo-Routen-Guide die Unterschiede tageweise. Die vollständige Gipfelnacht-Ausrüstung findet sich in der Kilimandscharo Packliste. Den Gesamtüberblick mit Kosten und Erfolgsquoten bietet die Kilimandscharo Hauptseite.
→ Verwandte Guides: Kilimandscharo Hauptseite · Kilimandscharo Routen · Kilimandscharo Höhenkrankheit · Kilimandscharo Packliste · Tansania Reisezeit · Tansania Hub
Frequently asked questions
Welche Vegetationszonen hat der Kilimanjaro?
Der Kilimanjaro hat fünf verschiedene Vegetations- und Klimazonen. Zone 1 (Kultivierung, 800–1.800 m): Bauernhöfe, Kaffee, Bananen. Zone 2 (Bergregenwald, 1.800–2.800 m): dichter Regenwald mit 1.000–2.000 mm Regen/Jahr (Südhänge bis 3.000 mm); Schwarzweiße Stummelaffen, Blaue Meerkatzen, Hartlaubs Turako. Zone 3 (Heide und Moorland, 2.800–4.000 m): Riesenheide bis 10 m, offenes Moorland, erste Riesengreiskräuter. Zone 4 (Alpine Wüste, 4.000–5.000 m): fast leblos; Riesengreiskraut und Riesenlobelie; Barafu-Camp 4.673 m. Zone 5 (Arktischer Gipfel, 5.000–5.895 m): Fels, Eis, zurückziehende Gletscher, kein Pflanzenleben.
Wie ist das Wetter in den verschiedenen Zonen des Kilimanjaro?
Das Wetter ändert sich dramatisch mit der Höhe. Die Waldzone (1.800–2.800 m) ist warm und häufig regnerisch — 12–18°C tagsüber mit regelmäßigem Nebel und Regen (1.000–2.000 mm/Jahr). Die Moorlandzone (2.800–4.000 m) ist kühler mit Wind-Exposition — 5–15°C tagsüber, nahe Gefrierpunkt oder darunter nachts. Die alpine Wüste (4.000–5.000 m) hat extreme Temperaturschwankungen: warm tagsüber durch intensive UV, tief unter null nachts. Die Gipfelzone (-10 bis -20°C mit Windkühle in der Gipfelnacht) erfordert ernste Kälteschutzkleidung.
Was für Tiere kann man am Kilimanjaro sehen?
Wildtiere konzentrieren sich in der Waldzone (1.800–2.800 m). Schwarzweiße Stummelaffen (Colobus guereza) sind Signatursart und werden häufig gesehen. Blaue Meerkatzen (Cercopithecus mitis) sind ebenfalls präsent. Waldvogelvielfalt ist hoch — Hartlaubs Turako ist besonders auffällig. Elefant, Büffel und Leopard nutzen die Waldzone, werden aber selten von Trekkern gesehen. Über der Waldlinie nimmt das Wildleben stark ab. Weißnacken-Raben sind auf dem Moorland und in der alpinen Wüste die zuverlässigsten Begleiter.
Was sind Riesengreiskraut-Pflanzen am Kilimanjaro?
Riesengreiskraut (Gattung Senecio/Dendrosenecio) sind eine der bemerkenswertesten Pflanzen im Kilimanjaro-Ökosystem. Sie wachsen als baumartige Pflanzen mit einem dicken Stamm, der von einer Rosette großer saftiger Blätter gekrönt wird. Sie wachsen etwa 1 cm pro Jahr — ein 3 Meter hohes Exemplar kann 300 Jahre alt sein. Der hohle Stamm fängt warme Luft über Nacht ein und schützt die wachsende Spitze vor Frost-Tauwetter-Schäden. Riesengreiskräuter sind nur auf mehreren ostafrikanischen Hochland-Vulkanen zu finden.
Verschwinden die Gletscher des Kilimanjaro?
Ja. Die Kilimanjaro-Gletscher ziehen sich seit dem späten 19. Jahrhundert messbar zurück. Das Nördliche Eisfeld hat laut wissenschaftlichen Messungen mindestens 11.700 Jahre überdauert — das Eis überlebte sogar eine rund 300-jährige Dürre vor etwa 4.200 Jahren. Das Tempo des Rückzugs hat sich im 20. und 21. Jahrhundert erheblich beschleunigt. Der Furtwängler-Gletscher ist der größte verbleibende; verschiedene Projektionen deuten darauf hin, dass das verbleibende Eis innerhalb einiger Jahrzehnte vollständig verschwinden könnte.
Welche Zone finden die meisten Leute am schwersten am Kilimanjaro?
Der Übergang von der alpinen Wüstenzone in die arktische Gipfelzone in der Gipfelnacht wird typischerweise als das Schwerste berichtet. Der Abflug vom Barafu-Camp (4.673 m) um Mitternacht zum Uhuru-Gipfel (5.895 m) beinhaltet einen Höhengewinn von 1.222 m in Dunkelheit, Kälte und bei sauerstoffarmer Luft. Die Kombination aus extremer Höhe, Kältetemperaturen (-10 bis -20°C mit Windkühle), Schlafentzug und körperlicher Erschöpfung macht dies zur bestimmenden Herausforderung des gesamten Aufstiegs.
