Fakten & Preise geprüft: 2026-06-24

Die praktischen Eigenheiten Sansibars sind nicht schwer zu navigieren — wenn man weiß, was auf einen zukommt. Besucher, die eine schlechte Erfahrung machen, sind fast immer über dieselben vorhersehbaren Stolpersteine gefallen: die ZIC-Versicherung vergessen, den Gezeitenplan ignoriert, die Kleiderordnung missachtet, oder den frühen Morgenausflug verschlafen. Dieser Guide benennt alle davon im Voraus.

Ich lebe ganzjährig an der Ostküste von Sansibar und gebe dieses Briefing regelmäßig an Gäste weiter, bevor sie ankommen. Die meisten Probleme, die ich sehe, haben nichts mit Sicherheit oder Logistik zu tun — sie entstehen, weil niemand im Voraus klargemacht hat, wie diese Insel funktioniert. Das ändert sich jetzt.


Vor der Ankunft: Die zwei Dinge, die Sie erledigen müssen

1. Tanzania eVisa

Die meisten Nationalitäten brauchen ein tansanisches eVisa zur Einreise — Antrag online unter evisa.immigration.go.tz vor der Reise stellen. Kosten: USD 50 pro Person für ein Single-Entry-Touristenvisum mit 90 Tagen Gültigkeit. Bearbeitungszeit: typischerweise 1–3 Werktage, manchmal auch schneller. Das nicht auf den Tag vor der Abreise verschieben.

Eine ausgedruckte Kopie mitführen oder offline auf dem Handy speichern. Die Einwanderungsbehörde am Flughafen Sansibar (ZNZ) prüft die Visa-Genehmigung noch vor jedem anderen Dokument.

2. Zanzibar ZIC-Versicherung

Sansibar erhebt eine eigene Pflichtreiseversicherung — getrennt von der heimischen Reisekrankenversicherung und getrennt vom Tansania-Festland-Visum. Diese heißt ZIC (Zanzibar Insurance Certificate) und wird über das offizielle Portal unter visitzanzibar.go.tz gekauft.

Kosten:

  • Erwachsene (18+): USD 44 pro Person
  • Kinder 3–17 Jahre: USD 22 pro Person
  • Unter 3 Jahre: kostenlos

Vor der Ankunft online kaufen. Die Einreisebehörde prüft sie; am Flughafen bei der Ankunft kaufen ist nicht möglich. Die Bestätigung ausdrucken und zu den Reisedokumenten legen.

Was ich Gästen immer sage: Beide Dokumente — eVisa und ZIC — am besten gleichzeitig erledigen, sobald der Flug gebucht ist. Wer erst drei Tage vor Abflug daran denkt, riskiert Stress mit Bearbeitungszeiten.

Wichtiger Hinweis für DACH-Reisende: Das eVisa-Portal ist nicht immer auf Deutsch verfügbar. Antrag auf Englisch ausfüllen — die Angaben sind einfach (Name, Reisepassnummer, Einreisedatum, Aufenthaltsdauer). Das ZIC-Portal ist ebenfalls auf Englisch; einfach den Anweisungen folgen und per Kreditkarte bezahlen. Der ZIC-QR-Code kommt per E-Mail — unbedingt offline speichern (Screenshot oder PDF), da im Fluggastbrückengang in ZNZ oft kein WLAN verfügbar ist.


Geld und Geldautomaten

USD ist die primäre Touristenwährung auf Sansibar. Die meisten Unterkünfte, Ausflüge, Taxis, Tauchbetriebe und gehobene Restaurants rechnen in USD und akzeptieren USD. Für lokale Marktstände, Dala-Dalas (Sammeltaxis), Straßenessen und kleine Geschäfte braucht man Tansanische Schillinge (TZS).

Wo tauschen: Lizenzierte Wechselstuben nahe dem Clock-Tower-Bereich in Stone Town bieten typischerweise 5–10 % bessere Kurse als Hotelkassen oder der Flughafen. Wer am Flughafen bei der Ankunft tauscht, sollte nur den Bedarf für den ersten Tag decken.

Geldautomaten: Zwei Automaten am Flughafen ZNZ (internationale Karten akzeptiert, TZS ausgegeben). Weitere in Stone Town und Nungwi. Die Ostküste hat keine Geldautomaten — wer direkt nach Paje, Jambiani oder Michamvi fährt, sollte TZS vorher in Stone Town oder am Flughafen abheben.

Kreditkarten: In den meisten Lodges und bei größeren Reiseveranstaltern akzeptiert (in der Regel mit 3–5 % Aufschlag). Auf lokalen Märkten, in Taxis und kleinen Restaurants nicht akzeptiert. Außerhalb der Resortbereiche regiert Bargeld.

Tipp für DACH-Reisende: Euro werden auf Sansibar selten akzeptiert und der Wechselkurs ist bei direktem Euro-Umtausch ungünstig. USD mitbringen oder am deutschen Flughafen vor dem Abflug besorgen. EUR→USD am Flughafen ZNZ ist möglich, aber teuer. Kein Bedarf, TZS in Deutschland zu kaufen — Geldautomaten am Flughafen funktionieren zuverlässig.


Die Kleiderordnung (und warum sie wichtig ist)

Sansibar ist eine überwiegend muslimische Insel. Die Kleiderordnung ist keine Formalität — sie spiegelt alltägliche soziale Normen wider, die hier echte Bedeutung haben.

In Stone Town: Schultern und Knie bedecken. Ein leichtes Langarmhemd und eine lange Hose oder ein Sarong funktionieren in jeder Jahreszeit. Badebekleidung ist in der Stadt, auf dem Markt oder in Straßen in der Nähe von Moscheen nicht angebracht.

In Fischerdörfern an der Küste: Dieselbe Regel. Wer vom Hotel in das nächste Dorf läuft, sollte sich bedecken, bevor er den Strandbereich des Hotels verlässt.

Am Strand des eigenen Resorts: Normale Strandbekleidung ist in Ordnung.

Ramadan: Sansibar beachtet den Ramadan. Öffentliches Essen, Trinken und Rauchen wird während des Tages in diesem Monat vermieden. Von Touristen wird kein Fasten erwartet, aber Respekt schon — in der Ramadan-Zeit tagsüber nicht offen auf der Straße essen oder trinken.

Ich lebe ganzjährig an der Ostküste und sehe jede Woche Besucher, die ungewollt Anstoß erregen — fast immer aus Unwissenheit, nicht aus Respektlosigkeit. Eine Strandtasche mit einem langen Leinentuch reicht völlig aus.

Praktische Packliste für die Kleiderordnung:

  • 1–2 leichte Leinenhemden mit langen Ärmeln (auch als Sonnenschutz ideal)
  • 1 Sarong oder leichtes Tuch (Multifunktional: Strand, Moscheebesuche, Schal)
  • Lange, leichte Hose oder Leinenrock für Abendessen und Stadtbesuche
  • Schultern immer bedeckbar halten, wenn man das Resort verlässt

Der Kleidungswechsel dauert 30 Sekunden. Der Respekt, den er zeigt, bleibt lange im Gedächtnis der Menschen, die hier leben.


Gezeiten an der Ostküste

Wer an der Ostküste übernachtet — in Michamvi, Paje, Jambiani oder Matemwe — für den ist die Gezeiten keine Hintergrundinformation. Sie bestimmen das gesamte Stranderlebnis.

Bei Ebbe an der Ostküste liegt das Riffdach frei. Man kann hunderte Meter weit hinauslaufen bis zum Taillenwasser. Das ist außergewöhnlich — Oktopusse, Seesterne, Seeigel in natürlichen Becken. Vom Strand aus schwimmen ist nicht möglich, weil es keine Wassertiefe gibt.

Bei Flut reicht das Wasser bis an den Strand heran und das Schwimmen ist hervorragend. Die Seegraswiesen zwischen Ufer und Außenriff sorgen für ruhiges, warmes Wasser.

Was zu tun ist: Jeden Morgen beim Hotel fragen, wann Niedrigwasser ist. Den Strandtag danach strukturieren — bei Flut schwimmen, bei Ebbe über das Riffdach laufen, in der Mittagssonne (11:30–14:00 Uhr) ausruhen, wenn die UV-Strahlung extrem ist.

Bei uns an der Ostküste leben wir nach den Gezeiten. Es ist schnell zur Gewohnheit — aber nur wenn man es von Anfang an weiß. Wer am ersten Tag gegen Mittag ankommt und Ebbe antrifft, versteht die Ostküste oft falsch.

Die Gezeiten variieren täglich um etwa 50 Minuten. Das heißt: Wenn heute Niedrigwasser um 10:00 Uhr ist, ist es morgen um 10:50 Uhr. Nach einer Woche hat sich das Muster verschoben. Immer aktuell beim Hotel nachfragen — die meisten guten Lodges haben die Gezeiten auf einer Tafel im Eingangsbereich. Eine Gezeiten-App (z. B. Tide Chart für Pemba Channel) funktioniert zuverlässig mit der Vodacom-SIM.

Die Nordküste (Nungwi, Kendwa) ist weniger gezeitenabhängig, da das Riff dort tiefer liegt. Wer gar nicht mit Gezeiten planen möchte, ist auf der Nordküste besser aufgehoben. Wer die Magie der Ostküste erleben will — das leere Riffdach bei Sonnenaufgang, die Gezeitenpools mit Oktopussen — muss mit den Gezeiten planen. Mehr dazu im Sansibar Gezeiten-Guide.


Mobile Daten und SIM-Karten

Eine Vodacom Tanzania SIM-Karte am Flughafen oder in Stone Town kaufen. Kosten: ca. 1.000 TZS für die SIM. Ein Datenpaket mit 5 GB / 7 Tagen kostet ungefähr 10.000 TZS — Gesamtkosten rund USD 5. Für die Registrierung der SIM wird der Reisepass benötigt (Registrierung ist in Tansania Pflicht).

Die Netzabdeckung ist gut in Stone Town, in allen wichtigen Resortbereichen und entlang der Hauptküstenstraßen. Tief in den Nationalparks und auf der Insel Pemba ist sie lückenhaft.

WhatsApp-Sprachanrufe funktionieren gut und sind die Standard-Kommunikationsmethode der meisten lokalen Reiseveranstalter. Wenn die Unterkunft eine Nummer für den Fahrer oder Guide gibt, diese direkt bei WhatsApp speichern.

Roaming vs. SIM: Deutsche SIM-Karten mit EU-Roaming funktionieren auf Sansibar nicht zu EU-Tarifen — Tansania liegt außerhalb der EU-Roamingzone. Wer mit der deutschen SIM telefoniert oder Daten nutzt, zahlt internationale Roamingtarife, die schnell teuer werden. Eine lokale Vodacom-SIM für USD 5 ist die kluge Wahl für jeden Aufenthalt ab 3 Tagen. Das Handy muss SIM-frei (entsperrt) sein — bei deutschen Netzanbietern ist das seit 2015 gesetzlich vorgeschrieben, aber ältere Geräte können noch gesperrt sein.


Strom und Steckdosen: Was DACH-Reisende mitbringen müssen

Tansania — und damit Sansibar — verwendet als Standard Typ-G-Steckdosen (britischer 3-Pin-Stecker) und Typ-D (indischer 3-Pin, in älteren Gebäuden). Spannung: 230 V, 50 Hz.

Deutsche, österreichische und Schweizer Stecker (Schuko Typ F/E, Typ J) passen in Typ-G-Steckdosen nicht direkt hinein. Ein universeller Reiseadapter für Typ G ist Pflicht — im Elektrohandel oder am Abflughafen erhältlich, kostet EUR 5–15.

Was man nicht braucht:

Fast alle modernen Laptops, Smartphones und Kamera-Ladegeräte sind Multi-Voltage — sie arbeiten bei 100–240 V ohne Spannungswandler. Überprüfen: auf dem Netzteil steht “Input: 100–240V ~ 50/60Hz”. Steht das dort, reicht ein einfacher Adapter. Steht nur ein schmales Spannungsband (z. B. “220–240V only”), ist ein Spannungswandler erforderlich — bei neueren Geräten praktisch nicht mehr der Fall.

Was häufig vergessen wird:

Haartrockner und Reisebügeleisen aus Europa funktionieren technisch mit einem Adapter, aber ältere Lodges an der Ostküste haben manchmal nur wenige Typ-G-Steckdosen pro Zimmer. Viele Unterkünfte stellen Haartrockner bereit — beim Buchen nachfragen.

Als ich mit einer DACH-Reisegruppe ankam, hatten drei von sechs keinen Adapter dabei. Das Beachcamp hatte zwei Leihkabel für alle Gäste. Seitdem steckt mein Adapter in der ersten Ebene des Handgepäcks.


Gesundheit: Die praktische Checkliste

Malaria: Auf Sansibar vorhanden. Malariaprophylaxe 1–2 Wochen vor der Anreise beginnen (genaues Timing hängt vom Medikament ab — beim Arzt nachfragen). Mücken an der Ostküste sind am aktivsten in der Abenddämmerung; DEET-haltiges Repellent ab ca. 17:00 Uhr verwenden. Die meisten Lodges stellen Moskitonetze bereit; vor dem Schlafen prüfen, ob das Netz intakt ist.

Sonne: Die äquatoriale Mittagssonne ist deutlich stärker als die meisten europäischen Besucher erwarten. Ein Sonnenbrand in unter 20 Minuten ist realistisch. SPF 50+ verwenden, Hut tragen und zwischen 11:00 und 14:00 Uhr im Schatten bleiben.

Wasser: Nur Flaschenwasser oder gefiltertes Wasser zum Trinken und Zähneputzen. Das Leitungswasser an der Ostküste ist nicht trinkbar. Die meisten Lodges stellen Flaschenwasser bereit; in Budgetunterkünften wird es manchmal separat berechnet.

Lebensmittelsicherheit: Gekochtes Essen in etablierten Restaurants und Lodges ist in der Regel sicher. Der Forodhani Nachtmarkt in Stone Town ist berühmt und beliebt — die auf offenen Grills gegrillten Meeresfrüchte-Spieße sind risikoärmer als ungekochte oder aufgewärmte Speisen. Obst schälen oder waschen. Eis bei nicht lizenzierten Anbietern meiden.

Medizinische Versorgung: Das Hauptkrankenhaus auf Sansibar befindet sich in Stone Town (Mnazi Mmoja Hospital). Im Notfall ist der Standard, zu stabilisieren und nach Daressalam zu evakuieren. Eine umfassende Reisekrankenversicherung mit medizinischem Rücktransport ist hier keine Option, sondern Pflicht.

Für DACH-Reisende empfehle ich eine spezialisierte Reisemedizin-Beratung 6–8 Wochen vor Abflug — nicht beim Hausarzt, sondern in einer reisemedizinischen Praxis (Tropeninstitut, CRM Centrum für Reisemedizin). Die STIKO-Empfehlungen für Tansania umfassen Hepatitis A, Typhus und Malariaprophylaxe. Die genaue Medikamentenwahl für die Malariaprophylaxe hängt vom Gesundheitszustand und eventuellen Unverträglichkeiten ab — das ist nichts für eine Online-Eigenrecherche.

Vollständige Gesundheitsinformationen mit STIKO-Impftabelle und Malariaprophylaxe-Optionen: Sansibar Gesundheits-Guide.


Notfallnummern und medizinische Versorgung

Wichtige Nummern auf Sansibar:

  • Allgemeiner Notruf: 112
  • Polizei: 999
  • Gesundheits-Hotline: 199

Diese Nummern vor dem Abflug im Handy speichern — nicht erst nach einem Vorfall suchen.

Krankenhäuser und Kliniken:

Das wichtigste Krankenhaus ist das Mnazi Mmoja Hospital in Stone Town. Private Kliniken auf Sansibar bieten schnellere Behandlung, verlangen aber Vorauszahlung oder Versicherungsnachweis. An der Ostküste — in Paje, Jambiani, Matemwe — gibt es keine vollständig ausgestatteten Krankenhäuser, nur Gesundheitsstationen für die Grundversorgung.

Der Standard bei ernsthaften Fällen: Stabilisierung auf Sansibar, dann Evakuierung nach Daressalam oder weiter nach Nairobi für komplexe Eingriffe. Ohne Krankenversicherung mit Rücktransport können allein die Evakuierungskosten mehrere tausend USD betragen.

Reiseapotheke:

Eine einfache Reiseapotheke mit Ibuprofen, Loperamid, oralen Rehydrierungssalzen und Wunddesinfektion ist sinnvoll. Apotheken in Stone Town führen internationale Medikamente — aber nicht immer in der gewünschten Dosierung oder Marke. Rezeptpflichtige Medikamente (z. B. Antibiotika) aus Deutschland mitbringen.


Transport auf Sansibar

Private Taxis (vorgebucht): Die empfohlene Option für Flughafentransfers und Fahrten zwischen Stränden. Standardpreise: Flughafen ZNZ nach Stone Town USD 15–20, Flughafen zur Ostküste USD 55–70. Am besten über die Unterkunft vorab buchen.

Dala-Dalas (Sammeltaxis): Die günstigste Option — ein paar hundert TZS pro Fahrt auf festen Routen. Für Alleinreisende mit Budget und Zeit geeignet. Für Gepäck nicht komfortabel.

Piki-Pikis (Motorradtaxis) und Bajajis (Tuk-Tuks): Verbreitet in Stone Town und Dorfbereichen für kurze Strecken. Preis vorher vereinbaren, bevor man einsteigt.

Mietwagen und Roller: Verfügbar in Nungwi und Paje. Die Hauptrouten sind asphaltiert; viele Küstenwege sind nicht befestigt. Ein Allradfahrzeug ist nützlich, wenn man abseits der Hauptstraßen erkunden möchte. Für die Autovermietung ist ein internationaler Führerschein erforderlich.

Wichtig für Erstbesucher: Sansibar fährt auf der linken Straßenseite (britisches System). Wer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommt, muss sich umgewöhnen — das kostet in den ersten Stunden Konzentration. Roller sind eine beliebte Option, aber die Kombination aus Linksverkehr, unbefestigten Küstenwegen und gelegentlich freilaufendem Vieh auf der Straße macht das für unerfahrene Fahrer riskant. Ich empfehle Erstbesuchern, für Ausflüge lieber auf vorgebuchte Privattaxis zu setzen und Roller erst nach ein paar Tagen Eingewöhnung auszuprobieren.

Vollständige Preisliste und Anbieterempfehlungen: Transport auf Sansibar. Für eigenständige Fortbewegung erklärt der Sansibar Mietwagen-Guide alles: Roller-Mietpreise, welche Straßen sicher sind, Kraftstoff-Logistik und das ehrliche Sicherheitsbild.


Etikette in Kürze

  • Fotografieren: Vor dem Fotografieren von Personen fragen, besonders von Frauen in konservativen Bereichen. Polizei, Militär und Regierungsgebäude nicht fotografieren.
  • Feilschen: Auf Handwerksmärkten erwartet. In Restaurants, Hotels oder bei organisierten Touren mit Festpreisen nicht üblich.
  • Strandverkäufer: In den meisten Resorts werden Besucher von Strandverkäufern für Touren, Bootsausflüge und Aktivitäten angesprochen. Spontan genannte Preise sind in der Regel 30–50 % überteuert. Wer eine Tour möchte, sollte sie über das Hotel oder einen empfohlenen Anbieter buchen — nicht direkt am Strand.
  • Freitagsnachmittag: Viele Geschäfte in Stone Town und einige Restaurants schließen für das Freitagsgebet. Museumsbesuche und Marktbesorgungen besser für die Morgenstunden einplanen.
  • Alkohol: In touristisch ausgerichteten Restaurants und Lodges erhältlich. Auf lokalen Märkten und in einigen Bereichen von Stone Town nahe Moscheen nicht erhältlich. Beim Trinken in der Öffentlichkeit diskret verhalten.

Trinkgeld — was erwartet wird

Trinkgeld ist in Sansibars Tourismuswirtschaft üblich und, anders als in manchen Kulturen, ein bedeutender Teil des Einkommens von Servicemitarbeitern.

Restaurants: 10 % aufschlagen, wenn kein Servicezuschlag bereits auf der Rechnung enthalten ist. Die meisten Sansibar-Restaurants außerhalb großer Resortkomplexe fügen ihn nicht automatisch hinzu.

Hotelpersonal: USD 1–2 pro Tasche für Gepäckträger. Für das Housekeeping bei einem mehrtägigen Aufenthalt USD 2–5 pro Tag, bei der Abreise hinterlassen (pro Zimmer, nicht pro Person).

Fahrer und Tourführer (Tagesausflüge): USD 5–10 pro Person für einen halben Tag, USD 10–20 für einen ganzen Tag. Für Führungen im Jozani-Wald oder auf Gewürztouren USD 5–10 pro Gruppe.

Safariguides (bei Kombination mit dem Tansania-Festland): USD 15–20 pro Person pro Tag für den Lead-Fahrer-Guide auf dem Nordkreis; USD 5–10 pro Tag für Camppersonal. Trinkgeld in USD am Ende der Safari geben.

Trinkgelder immer in bar hinterlassen (USD oder TZS). Kartentrinkgelder sind unüblich und kommen oft nicht bei der gedachten Person an. Den vollständigen Überblick — einschließlich Kilimanjaro-Trägern und Bootsbesatzungen — gibt es im Tansania Trinkgeld-Guide.


Nachtmärkte: Forodhani und Paje

Forodhani Gardens Night Market — Stone Town:

Der Forodhani-Nachtmarkt öffnet täglich ab ca. 18:00 Uhr bis 21:00 Uhr an der Strandpromenade von Stone Town, direkt vor dem Old Fort. Angebote: gegrillte Meeresfrüchte-Spieße (Mishkaki), Urojo-Suppe (Zanzibar Mix), Zuckerrohr-Saft, Zanzibar Pizza, Samosas. Für umgerechnet weniger als USD 5 isst man sich satt.

Wichtig: Nur Bargeld (TZS oder USD), Karten werden nicht akzeptiert. Frisch gegrillte Spieße vom Holzkohlegrill sind die sicherste Wahl — bei ungekühlten oder aufgewärmten Speisen Vorsicht. Strandverkäufer in der Nähe des Marktes offerieren spontan Touren — Preise dort sind in der Regel 30–50 % überteuert; Touren immer über das Hotel oder einen verifizierten Anbieter buchen.

Paje Beachfront Night Market — Ostküste:

In Paje findet freitags und samstags ab 18:30 Uhr ein Strandmarkt statt: Live-Musik, Handwerksstände, Strandessen und Blick aufs Meer. Für Gäste der Ostküste ist das der lokale Abendtreff — entspannter als Forodhani, weniger Touristengedränge.

Als ich beim Paje-Markt war, spielte eine Taarab-Gruppe auf — traditionelle Zanzibar-Musik, eine Mischung aus arabischen und ostafrikanischen Einflüssen. Die Atmosphäre kurz nach Sonnenuntergang mit dem Meereswind ist für mich das entspannteste Abendbild von Sansibar. Jambiani hat keinen regelmäßigen Markt, aber die Strandrestaurants öffnen dort ebenfalls abends ab ca. 19:00 Uhr.


Was Sie vor der Reise lesen sollten

Frequently asked questions


Brauche ich eine Versicherung für Sansibar?

Ja — Sansibar verlangt eine eigene Reiseversicherung, die sogenannte ZIC (Zanzibar Insurance Certificate). Sie kostet USD 44 pro Erwachsenem, USD 22 für Kinder von 3–17 Jahren und ist für Kinder unter 3 Jahren kostenlos. Vor der Ankunft online kaufen über das offizielle Portal (visitzanzibar.go.tz) — die Einreisekontrolle prüft sie neben dem Tanzania-eVisa. Sie ersetzt nicht die eigene Reiseversicherung.

Was sollte ich in Sansibar nicht tragen?

Keine Shorts, ärmellosen Tops oder Badebekleidung außerhalb von Strandresorts. In Stone Town und Dorfstraßen müssen Schultern und Knie bedeckt sein — ein leichtes Tuch oder langes Hemd reicht. Am Hotelstrand ist Badekleidung erlaubt; zwischen Strand und Dorf oder Stadt bitte bedeckt. Sansibar ist eine mehrheitlich muslimische Insel und die Kleiderordnung wird in lokalen Gebieten ernst genommen.

Ist es sicher, Leitungswasser zu trinken?

Nein. Nur Flaschenwasser oder gefiltertes Wasser zum Trinken und Zähneputzen verwenden. Die meisten Unterkünfte stellen Flaschenwasser bereit; wiederverwendbare Filterflaschen (LifeStraw, Katadyn) reduzieren Plastikmüll. Das Brunnenwasser an der Ostküste ist brackig und zum Zähneputzen ungeeignet.

Welche Währung soll ich nach Sansibar mitbringen?

USD ist die nützlichste Währung — die meisten Unterkünfte, Touren und Taxis akzeptieren und bevorzugen USD. Tansanische Schillinge (TZS) werden für lokale Märkte, Dala-Dalas, Straßenessen und kleine Einkäufe benötigt. Die besten Wechselkurse gibt es bei lizenzierten Wechselstuben im Clock-Tower-Bereich in Stone Town — nicht am Flughafen oder in Hotels.

Welche Impfungen brauche ich für Sansibar?

Keine Pflichtimpfungen für die meisten Nationalitäten, die direkt aus Europa oder Nordamerika einreisen. Empfohlen: Hepatitis A und B, Typhus. Malariaprophylaxe wird dringend empfohlen — 1–2 Wochen vor Anreise beginnen und 4 Wochen nach Rückkehr fortsetzen (je nach Medikament). Konsultation in einem Reisemedizin-Zentrum 6–8 Wochen vor Abreise.

Welchen Stecker und welche Spannung brauche ich auf Sansibar?

Tansania verwendet als Standard Typ-G-Steckdosen (britischer 3-Pin-Stecker); in älteren Gebäuden auch Typ-D (indischer 3-Pin). Spannung: 230 V, 50 Hz. Deutsche, österreichische und Schweizer Stecker (Schuko Typ F/E, Typ J) passen nicht direkt — ein Reiseadapter für Typ G ist Pflicht. Laptops, Smartphones und Kameras sind fast immer Multi-Voltage (100–240 V) und brauchen nur einen Adapter, keinen Spannungswandler. Prüfen: auf dem Netzteil steht 'Input: 100–240V'. Wenn ja, reicht ein einfacher Adapter.

Welche Notrufnummern gelten auf Sansibar?

Allgemeiner Notruf: 112. Polizei: 999. Gesundheits-Hotline: 199. Das Hauptkrankenhaus ist das Mnazi Mmoja Hospital in Stone Town. Bei schwerwiegenden medizinischen Fällen ist der Standard: Stabilisierung auf Sansibar, dann Evakuierung nach Daressalam. Eine Reisekrankenversicherung mit medizinischem Rücktransport ist deshalb unverzichtbar. Alle Nummern vor dem Abflug im Handy speichern.

Kann man als Vegetarier oder Veganer gut essen auf Sansibar?

Ja — besser als viele erwarten. Frisches Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte sind auf lokalen Märkten günstig verfügbar. Stone Town bietet mehrere Restaurants mit vegetarischen und veganen Optionen. Der Forodhani-Nachtmarkt hat Urojo-Suppe und Zuckerrohr-Saft — beides von Haus aus vegan. Resorts an der Ostküste bereiten auf Anfrage vegane Kost zu. Vorab kommunizieren, nicht erst beim Bestellen.

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