Fakten & Preise geprüft: 2026-06-25
Es gibt eine Frage, die jeder Kilimandscharo-Bergsteiger stellt: Wann soll ich gehen? Die ehrliche Antwort überrascht viele — die Wahl des Monats ist weniger entscheidend als die Wahl der Route und der Anzahl der Tage auf dem Berg. Aber der Monat zählt trotzdem. Hier ist was ich nach mehreren Kilimandscharo-Besteigungen und Gesprächen mit Dutzenden von Guides weiß.
Die zwei Besteigungsfenster auf einen Blick
Der Kilimandscharo hat kein perfektes Ganzjahres-Klima — er ist hoch genug, dass das Wetter auf verschiedenen Höhenstufen erheblich variiert. Es gibt jedoch zwei Perioden, in denen die Bedingungen auf dem Berg zuverlässig gut genug für einen Gipfelversuch sind:
Fenster 1: Juni–Oktober (Haupttrockenzeit)
- Geringster Niederschlag des Jahres auf dem Berg
- Beste Sichtverhältnisse für die Gipfelaussicht vom Uhuru Peak (5.895 m)
- Kälteste Temperaturen — ganzjährig kalt am Gipfel, aber Dezember–Februar sind oben etwas milder
- Höchste Saison, besonders Juli und August
- Die klarsten Nächte: Sternenhimmel über den Wolken ist außergewöhnlich
Fenster 2: Januar–Februar (ruhiges Zwischenfenster)
- Zweites gutes Besteigungsfenster zwischen den Regenzeiten
- Weniger Regen als in den umgebenden Monaten (März–Mai und November–Dezember)
- 30–50% weniger Bergsteiger als in der Hochsaison Juli–Oktober
- Mehr Wolken als Fenster 1 — Gipfelaussichten weniger garantiert, aber morgens oft noch klar
- Für Bergsteiger die Menschenmassen vermeiden wollen und Flexibilität haben: oft die bessere Wahl
Außerhalb dieser Fenster — vor allem März bis Mai und November — wird es komplizierter. Dazu mehr unten.
Juni–Oktober: Die Hauptsaison
Die Trockenzeit ist die am häufigsten empfohlene Zeit für den Kilimandscharo, und aus gutem Grund.
Wetter und Sichtweite: Von Juni bis Oktober bringt der Kusi-Passatwind (südliche Windströmung) trockene Luft von Süden. Auf dem Berg bedeutet das: die Wolkendecke, die normalerweise bei 3.000–4.000 m hängt, ist weniger dicht und häufig komplett abwesend auf den oberen Höhen. Wer um Mitternacht den Gipfelversuch startet und gegen 6–7 Uhr morgens Uhuru Peak erreicht, hat in dieser Periode die besten Chancen auf eine freie Aussicht — den Kilimandscharo-Gipfel über einem Wolkenmeer bei Sonnenaufgang.
Temperaturen: Etwas kontraintuitiv: die Trockenzeit ist auch die kälteste Zeit am Gipfel. Temperaturen auf dem Uhuru Peak (5.895 m) liegen nachts typischerweise bei -10°C bis -20°C. Im Juli können sie auf dem Gipfel um Mitternacht -12°C mit einer gefühlten Temperatur von -17°C durch Windchill erreichen. Im Januar–Februar sind es manchmal 5–8°C milder — aber das ändert nichts daran, dass man vollständige Gipfelausrüstung braucht.
Saison-Dynamik: Juli und August sind die belebtesten Monate. Die Machame-Route — die populärste Route — kann im Juli das Gefühl eines Bergpfads mit Ampeln haben, besonders am Barranco Wall (einer der spektakulärsten Abschnitte, aber auch einem der meistfotografierten Engpässe). Wer die Trockenzeit will aber weniger Betrieb bevorzugt: September und Oktober sind ausgezeichnete Monate mit deutlich weniger Bergsteigern als Juli–August und immer noch sehr guten Bedingungen.
Ein persönliches Detail: Ich war in der frühen Trockenzeit auf dem Berg und die Nächte auf über 4.000 m waren von einer Stille die ich nirgendwo sonst erlebt habe. Keine Windgeräusche, kein Bewölkungsrauschen — nur der Basaltboden und der Sternenhimmel über Afrika.
Januar–Februar: Das ruhige Fenster
Weniger bekannt, aber für viele Bergsteiger die bessere Wahl.
Warum Januar–Februar funktioniert: Tansania hat zwei Regenzeiten — die lange (März–Mai) und die kurze (November–Dezember). Januar und Februar fallen in die trockene Lücke zwischen diesen Regenzeiten. Niederschlag auf dem Kilimandscharo ist in dieser Periode erheblich geringer als in den nassen Monaten, obwohl er nie so trocken wie die Haupttrockenzeit Juni–Oktober ist.
Weniger Menschenmassen: Bergsteiger die im Januar oder Februar gehen berichten regelmäßig von erheblich ruhigeren Wegen. Alle Routen — aber besonders die populären wie Machame und Marangu — haben weniger Betrieb. Die Hütten auf der Marangu-Route, die im Juli überfüllt sein können, haben freie Plätze.
Der Kompromiss: Wolken. Der Hauptunterschied zu der Trockenzeit ist die Wolkenbildung. In Januar–Februar ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Gipfelbereich von Wolken umhüllt ist — besonders nachmittags. Das bedeutet nicht, dass der Gipfelversuch unmöglich ist. Wer die typische Strategie verfolgt (Aufbruch kurz nach Mitternacht von Barafu Camp, Ankunft am Uhuru Peak gegen 6–7 Uhr morgens) hat oft noch klare Bedingungen bevor sich die Wolken tagsüber aufbauen.
Für wen ist Januar–Februar ideal: Bergsteiger mit festem Urlaub in dieser Periode, die ruhigere Wege priorisieren und keine Garantie auf perfekte Gipfelfotografie benötigen.
Was zu vermeiden: März–Mai und November
Ich sage nicht: man kann den Kilimandscharo in diesen Monaten nicht besteigen. Ich sage: die Bedingungen machen es schwieriger, und die meisten Bergsteiger sollten eine andere Zeit wählen.
März bis Mai — die lange Regenzeit:
Dies ist die Periode mit dem höchsten Niederschlag auf dem Kilimandscharo. Der Regen fällt am stärksten auf den unteren Hängen in der Bergwaldzone (1.800–2.800 m) — Wege werden schlammig, in einigen Bereichen rutschig und nach Regenfällen kaum begehbar. Höher oben, im Heide- und Moorbereich (3.000–4.000 m), ist Nebel und Wolkenbedeckung nahezu konstant. Sichtweite auf dem Gipfelversuch ist weniger zuverlässig.
Die Gesamtgipfelerfolgsrate ist in dieser Periode niedriger als in den Trockenzeitfenstern — nicht dramatisch, aber messbar. Wer in den Regemonaten bucht, zahlt oft weniger (Niedrigsaison-Preise bei einigen Operatoren), aber die Bedingungen erklären die Preise.
November — die kurze Regenzeit:
Erheblicher Niederschlag auf den unteren Hängen, ähnliche Probleme wie März–April, aber die Periode ist kürzer. Dezember verbessert sich in der Regel, besonders zur Monatsmitte — was den Übergang zu Fenster 2 (Januar–Februar) erklärt.
Wenn die Reise nicht verschiebbar ist und der einzige verfügbare Termin in März–Mai oder November fällt: eine längere Route wählen (Lemosho 8 Tage, Northern Circuit 9 Tage), auf einen zuverlässigen Operator setzen und mit schlechteren Sichtbedingungen rechnen. Der Berg ist in diesen Monaten nicht gesperrt — aber er vergibt den Gipfelblick weniger großzügig.
Oktober und September: Die unterschätzten Monate
September und Oktober werden oft übersehen — sie liegen im Schatten der Hochsaison-Monate Juli und August, gelten aber als die ruhigsten guten Monate der Trockenzeit.
September: Ausgezeichnete Trockenzeit-Bedingungen. Der Kusi-Wind hält noch an, die Wolkendecke auf den oberen Höhen ist minimal, und die Gipfelsicht ist zuverlässig. Gleichzeitig sind deutlich weniger Bergsteiger unterwegs als im August. Das Machame Gate hat nicht den Parkplatz-Charakter des Julis. Für Bergsteiger die sowohl gute Bedingungen als auch Ruhe suchen, ist September mein persönlicher Favorit.
Oktober: Der Übergangsmonat. Gegen Ende Oktober beginnen die kurzen Regenzeiten auf den unteren Hängen, aber die oberen Höhen bleiben oft trocken. In den ersten drei Oktoberwochen sind die Bedingungen noch ausgezeichnet. Wer Anfang Oktober bucht, bekommt Trockenzeit-Qualität mit Schultersaison-Ruhe.
Ich habe Guides getroffen, die September für Erstbesteiger empfehlen, wenn der Termin flexibel ist: ruhige Wege, gute Bedingungen, und die Chance auf einen fast leeren Gipfelbereich.
Gipfelerfolgsraten nach Route und Saison
Das ist der Punkt, der in vielen Kilimandscharo-Ratgebern zu wenig Gewicht bekommt. Die Zahlen sind klar:
| Tourenlänge | Typische Gipfelerfolgsrate |
|---|---|
| 5 Tage | ~27% |
| 6 Tage | ~44% |
| 7 Tage | ~64–85% (je nach Route) |
| 8 Tage | ~85–90% |
| 8–9 Tage (Northern Circuit) | ~95% |
Der Gesamtdurchschnitt über alle Routen liegt bei etwa 70–75%. Diese Zahlen gelten saison-übergreifend — eine 8-tägige Lemosho-Tour in der Trockenzeit hat eine höhere Gipfelerfolgsrate (rund 90%) als eine 5-Tage-Marangu-Tour im besten Monat des Jahres (rund 27%).
Was das bedeutet: Wer zwischen einer kürzeren Tour in der Hochsaison oder einer längeren Tour in der Schultersaison wählen muss, sollte die längere Route priorisieren. Die 30–50% weniger Bergsteiger in Januar–Februar werden durch deutlich bessere Akklimatisierungschancen auf einer 8-Tage-Route mehr als aufgewogen.
Ich habe auf dem Berg Bergsteiger getroffen, die nach einer 5-Tage-Marangu-Tour am Stella Point (5.756 m) umkehren mussten — nicht wegen des Wetters, sondern wegen Höhenkrankheit, die durch zu schnelles Aufsteigen ausgelöst wurde. Die Saison war perfekt. Die Routenlänge war es nicht.
Akklimatisierung: Wichtiger als die Saison
Das ist der Punkt, bei dem die meisten Kilimandscharo-Ratgeber zu wenig Gewicht setzen: die Wahl des Monats hat weniger Einfluss auf den Gipfelerfolg als die Wahl der Route und der Anzahl der Tage.
Das Grundprinzip: Höhenkrankheit (Akute Bergkrankheit, AMS) entsteht wenn man zu schnell zu hoch steigt. Der Körper braucht Zeit um mehr rote Blutkörperchen zu produzieren und sich an den geringeren Sauerstoffpartialdruck anzupassen. Das ist physiologisch — kein Trainingsstand, keine Fitness und kein Monat ändern das grundsätzlich.
Routenvergleich nach Akklimatisierungsqualität:
- Northern Circuit (8–9 Tage): Höchste Gipfelerfolgsrate aller Routen. Der Weg umrundet den größten Teil des Bergs bevor der finale Anstieg beginnt — mehr horizontale Distanz, besseres Akklimatisierungsprofil.
- Lemosho (7–8 Tage): Knapp hinter dem Northern Circuit, deutlich bessere Akklimatisierung als Marangu. Ruhiger als Machame auf den ersten Tagen.
- Machame (7 Tage): “Hoch gehen, tief schlafen” Prinzip durch den Lava Tower (4.630 m) Abstieg zurück zum Barranco Camp (3.980 m) — dieser Akklimatisierungstag macht Machame erheblich besser als kürzere Alternativen.
- Rongai (6–7 Tage): Solide Erfolgsrate, ruhigere Route von Norden.
- Marangu (5 Tage): Die günstigste Route — und die mit der niedrigsten Gipfelerfolgsrate. Nicht weil die Route schwieriger ist, sondern weil 5 Tage für die meisten Menschen zu wenig Akklimatisierungszeit bedeuten.
Diamox (Acetazolamid): Viele Bergsteiger nutzen Diamox zur Prävention von AMS. Es unterstützt die Akklimatisierung, ersetzt sie aber nicht — es ist keine Garantie gegen Höhenkrankheit. Wer Diamox nehmen möchte, sollte damit 24–48 Stunden vor dem Aufstieg beginnen und während des gesamten Aufstiegs fortfahren. Das Gespräch mit dem Arzt sollte vor der Abreise stattfinden — nicht am Tag des Aufstiegs.
Die Entscheidung: Wer keine Route-Präferenz hat und den Gipfel als primäres Ziel setzt, sollte zuerst die Route wählen (Lemosho oder Northern Circuit), dann den Monat (Juni–Oktober oder Januar–Februar). Nicht umgekehrt.
Gipfeltemperaturen und Bedingungen
Der Uhuru Peak liegt auf 5.895 m. Auf dieser Höhe gelten andere Regeln als im Tal.
Temperaturen: Ganzjährig extrem kalt in der Gipfelnacht. Während des Gipfelversuchs — typischerweise zwischen 00:00 und 07:00 Uhr morgens — sind Temperaturen am Uhuru Peak regulär zwischen -10°C und -20°C. Windchill kann die gefühlte Temperatur auf -25°C bis -30°C senken.
Saisonaler Unterschied: In der Haupttrockenzeit (Juni–Oktober) sind es die kältesten Gipfelbedingungen. Januar–Februar ist etwas milder — eventuell 5–8°C wärmer auf dem Gipfel im Vergleich zu Juli. Das klingt nach einem Argument für Januar–Februar, aber in der Praxis braucht man bei -12°C und bei -20°C die gleiche Ausrüstung.
Was immer notwendig ist (unabhängig vom Monat):
- Daunenjacke für mindestens -20°C (nicht die Jacke die man “zum Skifahren” hat — etwas Wärmeres)
- Winddichte Hardshell-Außenjacke
- Thermische Basisschichten (Merino oder Synthetics, 2–3 Lagen)
- Sturmhaube (Balaclava)
- Warme Handschuhe + Fäustlinge als äußerste Schicht
- Gamaschen (optional, aber bei Schneeauflage empfohlen)
Der Fehler den ich bei anderen Bergsteigern sehe: die Gipfeljacke aus dem Reisegepäck nehmen weil man “nicht wusste wie kalt es wirklich wird”. Am Barafu Camp gibt es kein Gepäcklager mehr — was im Aufstiegsgepäck ist, ist alles.
Wetter nach Höhenstufen — was man wirklich erlebt
Der Kilimandscharo ist kein einzelner Berg mit einem einzigen Klima. Von Gate bis Gipfel durchquert man fünf verschiedene Vegetationszonen, jede mit eigenen Wetterbedingungen. Die Regenzeitenauswirkungen variieren erheblich je nach Höhe.
Bergwaldzone (1.800–2.800 m): Diese Zone erhält 1.000–2.000 mm Jahresregen, auf den südlichen Hängen bis zu 2.000–3.000 mm. In der Regenzeit (März–Mai, November) sind es diese ersten Tagesabschnitte die am meisten leiden — schlammige Wege, rutschige Wurzelpfade, dauerhafte Feuchtigkeit. In der Trockenzeit ist die Waldzone angenehm kühl und grün.
Heide- und Moorzone (2.800–4.000 m): Weniger Regen als die Waldzone, aber Wolken hängen hier häufig. In der Trockenzeit ist diese Zone oft oberhalb der Wolkendecke — ein fantastischer Effekt wenn man morgens durch eine Wolkengrenze steigt und plötzlich klaren Himmel hat. In der Regenzeit ist die Sicht hier oft reduziert.
Alpine Wüstenzone (4.000–5.000 m): Kaum Vegetation, drastisch weniger Niederschlag als unten. Temperaturextreme: heiß in der direkten Mittagssonne (Sonnenstrahlung auf dieser Höhe ist intensiv), sehr kalt in der Nacht. Saison macht hier weniger Unterschied als auf niedrigeren Höhen.
Gipfelzone (über 5.000 m): Schnee und Eis sind möglich in jedem Monat. In der Trockenzeit kann etwas Schnee auf dem Gipfelplateau liegen — das führt zu dem Bild das die meisten Bergsteiger erwarten. In Januar–Februar kann Schnee ebenfalls vorhanden sein. Für den Gipfelversuch bei Schneeauflage sind Gamaschen nützlich; technische Ausrüstung ist nicht erforderlich.
Ein persönlicher Eindruck: der Übergang von der Waldzone (feucht, grün, Vogelstimmen) in die Heide (still, Geröll, endloser Himmel) ist einer der faszinierendsten Momente des Aufstiegs — unabhängig vom Monat.
Menschenmassen nach Route und Monat
Für Bergsteiger die das Erlebnis suchen und nicht nur den Gipfel: die Anzahl der anderen Menschen auf dem Berg ist eine reale Variable.
Hochsaison (Juli–August): Machame Gate am frühen Morgen bei Tagesanbruch hat das Gefühl eines Wanderbus-Parkplatzes. Das ist kein Qualitätsverlust für den Gipfelversuch selbst, aber die Camps an populären Routen — besonders Barranco und Barafu — sind voll. Wer in dieser Zeit geht: frühes Aufstehen vor dem Aufbruch ist hilfreich, um vor dem Hauptansturm aufzubrechen.
Schulterzeit (Juni, September, Oktober): Erheblich ruhiger. September ist besonders interessant — gute Trockenzeit-Bedingungen, weniger Betrieb als August. Ich würde September für Bergsteiger die sowohl gute Bedingungen als auch Stille suchen empfehlen.
Nebensaison (Januar–Februar): Die ruhigsten Monate für gut zugängliche Routen. Lemosho in der ersten Januarwoche kann sich anfühlen wie eine fast private Besteigung.
Route-Wahl und Menschenmassen: Unabhängig vom Monat haben Marangu und Machame mehr Betrieb als Lemosho, Rongai und Northern Circuit. Wer Ruhe priorisiert: Lemosho im Oktober oder Northern Circuit in der ersten Februarwoche ist die ruhigste Kombination aus guten Bedingungen und wenig Betrieb.
Zusammenfassung: Wie man den richtigen Zeitpunkt wählt
Ein einfacher Entscheidungsrahmen:
Bestes Gesamterlebnis + maximale Gipfelchancen: → Juni–Oktober auf Lemosho (7–8 Tage) oder Northern Circuit (8–9 Tage)
Bestes Preis-Leistungsverhältnis mit guten Bedingungen + weniger Menschen: → Januar–Februar auf Lemosho oder Machame
Größtes Budget für wenige Kompromisse: → September auf Northern Circuit — beste Akklimatisierung + ruhigste Trockenzeit
Was zu meiden: → März–Mai (lange Regenzeit) und November (kurze Regenzeit), außer wenn die Reise wirklich nicht anders terminierbar ist
Und vor allem: Die Route und Anzahl der Tage entscheiden über den Gipfelerfolg mehr als der Kalendermonat. Wer auf der Trockenzeit besteht aber nur 5 Tage Zeit hat und deshalb Marangu bucht, macht eine schlechtere Entscheidung als jemand der im Januar auf eine 8-Tage-Lemosho-Route bucht. Der Körper braucht Zeit.
Für den vollständigen Routenvergleich — Machame vs. Lemosho vs. Marangu vs. Rongai vs. Northern Circuit, tageweise Camps, Akklimatisierungsprofile — lies den Kilimandscharo Routen Guide.
Für die Ausrüstungsfrage nach Saison — was für den Kältegipfel gebraucht wird und was Träger übernehmen können — siehe die Kilimandscharo Packliste.
FAQ
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Frequently asked questions
Was ist der beste Monat für die Kilimandscharo-Besteigung?
Juli und August sind die beliebtesten Monate — sie fallen in die Haupttrockenzeit (Juni–Oktober) mit den zuverlässigsten klaren Gipfelbedingungen und minimalem Niederschlag. Der Kompromiss ist dass Juli–August die Hochsaison ist; die Marangu- und Machame-Routen sehen erheblichen Verkehr. September ist ebenfalls ausgezeichnet mit weniger Menschen als August. Für diejenigen die ruhigere Wege über garantierte Sonne stellen, bieten Januar und Februar ein brauchbares alternatives Fenster mit guten Bedingungen und 30–50% weniger Bergsteigern.
Kann man den Kilimandscharo im Januar oder Februar besteigen?
Ja — Januar und Februar sind das zweite gute Besteigungsfenster. Niederschlag ist geringer als in den umgebenden grünen Monaten und der Berg ist deutlich ruhiger als Juli–Oktober. Der Hauptunterschied: Wolken — Gipfelaussichten sind weniger zuverlässig als in der Trockenzeit. Bergsteiger die den Gipfelversuch um Mitternacht starten und Uhuru Peak gegen 6–7 Uhr morgens erreichen finden den Himmel oft noch klar bevor sich Wolken tagsüber aufbauen.
Was ist die schlechteste Zeit für die Kilimandscharo-Besteigung?
März bis Mai (lange Regenzeit) ist die am wenigsten empfohlene Periode. Niederschlag ist am höchsten, Wege sind schlammig besonders auf bewaldeten unteren Hängen, Sichtweite ist oft sehr schlecht auf höheren Höhen, und Gesamtgipfelerfolgsraten sind niedriger. November (kurze Regenzeit) ist die zweitschlechteste Periode aus ähnlichen Gründen, ist aber kürzer.
Zählt Akklimatisierung mehr als der Zeitpunkt?
Ja, erheblich. Gipfelerfolg am Kilimandscharo wird hauptsächlich durch Akklimatisierungsstrategie bestimmt, nicht durch Wetter. Die wichtigste Variable: wie viele Tage man auf dem Berg verbringt und ob die Route Akklimatisierungsschleifen beinhaltet (Höhe gewinnen dann tiefer schlafen). Die 5-Tage-Marangu-Route hat die geringste Gipfelerfolgsrate — nicht weil die Route schwieriger ist, sondern weil 5 Tage keine ausreichende Akklimatisierungszeit erlauben. Lemosho (7–8 Tage) oder der Northern Circuit (8–9 Tage) verbessern die Chancen in jeder Saison erheblich.
Wie kalt ist es am Gipfel des Kilimandscharo?
Sehr kalt, unabhängig von der Saison. Am Uhuru Peak (5.895 m) sind Temperaturen in der Nacht und in den frühen Morgenstunden des Gipfelversuchs typischerweise -10°C bis -20°C, und Windchill kann die gefühlte Temperatur noch weiter senken. Richtige Gipfelausrüstung — eine qualitativ hochwertige Daunenjacke (für mindestens -20°C), winddichte Außenjacke, thermische Basisschichten, Balaclava und warme Handschuhe — ist unabhängig vom Monat unbedingt erforderlich.
Ist der Kilimandscharo im Juli oder Januar belebter?
Deutlich belebter im Juli. Juli fällt in die Hauptbesteigungssaison; es ist typischerweise der zweit- oder drittbelebteste Monat auf dem Berg. Die Marangu-Route hat feste Hütten-Unterkunft die in Spitzenzeiten voll wirken kann. Januar und Februar gehören zu den ruhigeren Monaten — die meisten Quellen sprechen von 30–50% weniger Bergsteigern als im Juli–September-Hoch. Wenn Menschenmassen vermeiden Priorität ist, bieten Januar–Februar gute Bedingungen mit merklich ruhigeren Wegen.
Wie unterscheiden sich die Gipfelerfolgsraten nach Routenlänge?
Die Zahlen sind eindeutig: 5-Tage-Touren erreichen nur etwa 27% Gipfelrate, 6-Tage-Touren rund 44%, 7-Tage-Touren etwa 64–85% (je nach Route), und 8-Tage-Touren bis zu 85–90%. Der Northern Circuit, mit 8–9 Tagen, hat die höchste Gipfelerfolgsrate aller Kilimandscharo-Routen — schätzungsweise rund 95% bei seriösen Operateuren. Diese Zahlen gelten in jeder Saison.
Was bedeutet der Trockenzeit-Unterschied für Wolken und Sicht auf dem Gipfel?
In der Haupttrockenzeit (Juni–Oktober) ist die Wolkendecke auf den oberen Höhen erheblich dünner. Wer den Gipfelversuch um Mitternacht startet und gegen 6–7 Uhr den Uhuru Peak (5.895 m) erreicht, findet in dieser Periode die besten Chancen auf einen wolkenfreien Panoramablick. In Januar–Februar bilden sich Wolken meist erst ab dem späten Vormittag — wer früh genug oben ist, sieht oft noch den klaren Horizont. März–Mai und November haben nahezu konstante Wolkenbedeckung auf den oberen Höhen, was Gipfelfotografien und -aussichten erheblich einschränkt.
