Fakten & Preise geprüft: 2026-06-23
Ich lebe seit Jahren auf Sansibar. Diese Einschätzung ist weder die eines Reiseveranstalters, der Buchungen verkaufen will, noch die eines offiziellen Reisehinweises, der rechtlich absichern muss. Es ist was ich Freunden und Gästen sage.
Die Realität der Sicherheitslage
Sansibar hat ein gemischtes Bild — und das ist eigentlich gutes Zeichen, weil es Nuancen zeigt statt Schwarz-Weiß.
Was tatsächlich passiert:
- Taschendiebstahl in Stone Town (vor allem an belebten Märkten und Forodhani)
- Aufdringliche Strandhändler (“beach boys”) auf touristischen Stränden
- Scams bei Fährbuchung (Papasi — Zwischenhändler am Hafen mit überteuerten Tickets)
- Straßenverkehrsunfälle (ernsteste Gefahr für Touristen statistisch gesehen)
- Schwimmunfälle auf der Ostküste durch Unterströmungen
Was selten passiert:
- Gewaltkriminalität gegen Touristen
- Bewaffneter Raub
Was fast nicht passiert:
- Kidnapping, politische Gewalt (Ausnahme: Wahltage — dann Innenstadt meiden)
Reisehinweise — was wirklich gilt
Das US-Außenministerium hat Tanzania im Oktober 2025 auf Level 3 (Reconsider Travel) gesetzt. Das klingt alarmierend, aber die Begründung zeigt: Die Hauptgründe sind Mtwara-Region (Mozambique-Grenzgebiet — über 1.000 km von Sansibar entfernt), Post-Wahlunruhen auf dem Mainland, und Risiken für LGBTQ+-Reisende.
Das UK FCDO ist spezifischer: Es warnt nur vor einem Gebiet innerhalb von 20 km der Tanzania-Mozambique-Grenze. Für Sansibar gibt es keinen separaten Warnhinweis.
Das Auswärtige Amt (Berlin) stuft Tansania insgesamt als “erhöhte Vorsicht” ein, ohne Sansibar separat zu warnen. Die aktuellen Hinweise findest du unter auswaertiges-amt.de/service/laender-a-z — immer vor der Reise prüfen.
Kleinkriminalität — was beachten
Taschendiebstahl
Stone Town ist der Hauptort für Taschendiebstahl. Hotspots: Forodhani Nachtmarkt (abends, gedrängte Menschenmassen), Darajani Bazaar (morgens), Hauptgassen mit Touristenströmen.
Praktisch:
- Wertsachen im Hotel-Safe, nicht am Körper
- Handy nicht offen halten in der Menge
- Kamera um den Hals tragen, nicht in der Hand
- Rucksack vorne tragen in Menschenmengen
Beach Boys
Auf Nungwi, Paje und Kendwa gibt es Strandhändler, die Touren, Souvenirs oder “spezielle Angebote” verkaufen wollen. Sie können hartnäckig sein.
Umgang: Klares “Hapana asante” (Nein danke) ohne Diskussion. Angebote ablehnen, ohne zu erklären — jede Erklärung wird als Einstieg in eine Verhandlung gelesen. Nicht beleidigend werden, aber klar bleiben.
Papasi am Hafen
Die größten Scam-Risiken in Sansibar sind die inoffiziellen Fährticket-Vermittler am Dar es Salaam Hafen. Sie verkaufen echte Tickets zu überteuerten Preisen, oder selten: Fälschungen. Immer: Tickets nur am offiziellen Schalter der Fährgesellschaft (Azam Marine, Kilimanjaro Fast Ferries) oder auf ihrer Website kaufen.
Bekannte Betrugsmaschen im Detail
Auf Sansibar gibt es einige gut dokumentierte Betrugsformen, die gezielt auf Touristen ausgerichtet sind. Wer sie kennt, kann ihnen aus dem Weg gehen.
Taxi-Übervorteilung am Flughafen und Hafen
Taxifahrer an Ankunftspunkten — ZNZ-Flughafen und Stonetown-Fährhafen — nennen Touristen laut Reiseberichten Preise, die zwei- bis fünfmal über dem Standardtarif liegen. Der offizielle Richttarif vom Flughafen nach Stone Town liegt bei rund USD 16. Wer keinen Preis vorab verhandelt und einfach einsteigt, zahlt oft das Doppelte oder mehr.
Regel: Preis VOR Einsteigen festlegen, nicht danach. Am zuverlässigsten: Transfer über Hotel oder Unterkunft vorbuchen.
Geldwechsel auf der Straße
Geldwechsel auf der Straße ist in Tanzania gesetzlich verboten und eine klassische Touristenfalle. Wer “günstigen Kurs” angeboten bekommt, riskiert gefälschte Scheine, abgezähltes Geld mit versteckten kleinen Scheinen oder schlichtweg Betrug beim Abzählen. Nur an offiziellen Wechselstuben oder Bankautomaten (ATMs) tauschen.
ATM-Skimming und Kartenbetrug
Geldautomaten in Stone Town (Barclays, NMB, Equity) sind vergleichsweise zuverlässig — aber das Risiko von Kartenbetrug existiert. Die kanadische Reisebehörde empfiehlt ausdrücklich: ATMs nur in gut beleuchteten, öffentlichen Bereichen oder innerhalb von Bankgebäuden nutzen. Vor Benutzung: Kartenslot und Tastatur auf ungewöhnliche Aufsätze, Klebereste oder lose Teile prüfen — das sind klassische Zeichen für Skimming-Geräte. Kontoauszüge nach Rückkehr prüfen.
Papasi und gefälschte Fährtickets
Inoffizielle Ticketvermittler (Papasi) am Fährhafen Dar es Salaam bieten echte oder manchmal gefälschte Tickets zu aufgeblasenen Preisen an. Nur an offiziellen Schaltern von Azam Marine oder Kilimanjaro Fast Ferries oder direkt online kaufen.
Falsche Reiseführer und überteuerte Touren
In Stone Town sprechen Unbekannte Touristen auf der Straße an und bieten günstige Touren zu Spice Farms, Delfinen oder Privatstränden an. Manche sind legitim — manche erhöhen den Preis später oder liefern ein deutlich schlechteres Erlebnis als verkauft. Touren immer über das Hotel oder bekannte Anbieter buchen. Wichtig: Angebote unter EUR/USD 100 pro Person pro Tag für Mehrtagestouren sind laut Reisefachleuten in Ostafrika oft kein seriöses Angebot.
Preisaufschlag für Touristen
In Souvenirmärkten und bei Strandhändlern werden Touristen anfangs Preise genannt, die fünf- bis zehnmal höher liegen als das, was Einheimische zahlen. Ein Souvenir für 10.000 TZS wird mit 100.000 TZS angeboten. Das ist kein Betrug im rechtlichen Sinn — aber Verhandeln ist erwartet und normal.
Straßenverkehr — die unterschätzte Gefahr
Der UK FCDO schreibt ausdrücklich: “Road users in Tanzania often drive dangerously and accidents resulting in death and serious injury are common.”
Das gilt für Sansibar. Die Hauptstraßen sind besser als auf dem Mainland, aber Nachtfahrten, unbefestigte Nebenwege und Mietmotorräder (Piki-Piki) sind echte Risiken.
Was ich empfehle:
- Keine Motorräder mieten ohne Erfahrung auf unbefestigten Straßen
- Abends und nachts auf Neben- und Feldwegen sehr vorsichtig
- Für Transfers: Fahrzeug vom Hotel/Unterkunft organisieren lassen, nicht auf der Straße hailing
- Sicherheitsgurt anlegen — auch wenn Fahrer ungeduldig aussieht
Schwimmsicherheit
Ostküste: Gezeitenrisiko
Paje, Jambiani, Matemwe, Michamvi — alle tidenabhängig. Bei Niedrigwasser kannst du gar nicht schwimmen (das Riff liegt trocken). Bei Hochwasser sind starke Strömungen möglich.
Regel: Vorher fragen (Hotel, lokale Beachstands) ob und wo es sicher ist zu schwimmen. Niemals allein und nachts.
Rip Currents
Wenn dich eine Unterströmung erfasst: Ruhig bleiben. Du wirst nicht nach unten gezogen. Schwimm parallel zum Ufer (nicht dagegen ankämpfen), bis du aus der Strömung bist, dann schräg zurück ans Ufer. Zeichen geben wenn nötig.
Pemba und Tauchen
Der Pemba-Kanal hat starke Oberflächenströmungen — Ost- und Südseite nur für erfahrene Taucher. Immer mit lokalem Guide/Skipperdienst.
LGBTQ+-Reisende: Die Rechtslage klar erklärt
Homosexuelle Handlungen sind in Sansibar gesetzlich verboten — und das seit 1864. Die Strafen im Gesetz sind ernst: bis zu 14 Jahre Freiheitsstrafe für Männer, bis zu 5 Jahre oder TSh 500.000 Geldstrafe für Frauen. Auf dem Mainland Tanzania sind die Strafen sogar noch schärfer (bis zu lebenslanger Haft).
Das US-Außenministerium nennt die Verfolgung von Schwulen und Lesben ausdrücklich als Grund für den Level-3-Hinweis für Tanzania (Oktober 2025). Human Rights Watch dokumentierte 2020 Verhaftungen, Belästigungen und Übergriffe auf LGBT-Personen durch tansanische Behörden.
Was das in der Praxis für Touristen bedeutet:
- Im Hotelzimmer (privater Raum): bisher keine bekannten Fälle gegen Touristen
- Öffentliche Zuneigung — auch Händchenhalten — unbedingt vermeiden
- Social-Media-Profile und Dating-Apps (Grindr etc.) diskret handhaben — Berichte über gezielte Überwachung existieren
- In touristischen Resorts weniger Risiko als in Dorfgebieten
- Gay-freundliche Hotels sind de facto tolerant, aber öffentlich nicht deklariert
- Expert Africa empfiehlt klar: diskret reisen
Die Entscheidung zu reisen liegt beim Reisenden. Das Auswärtige Amt und das UK FCDO informieren dazu. Die Rechtslage ist real — die Kenntnis davon ist wichtig.
Sicherheit nachts: Was wirklich zutrifft
Sansibar hat keine ausgewiesene Nachtleben-Szene wie europäische Urlaubsziele — das reduziert einige typische Nacht-Risiken. Trotzdem:
Stone Town nach 22:00 Uhr:
- In beleuchteten Hauptstraßen bleiben (Shangani, Forodhani-Strandpromenade)
- Dunkle Gassen und isolierte Bereiche meiden — in Stone Town gezielt auf bekannte Strecken beschränken
- Handy in der Tasche lassen, nicht offen in der Hand
- Allein nachts durch die Altstadt: nicht empfohlen, besonders für Frauen
Strände nachts:
- Strand-Spaziergänge nachts allein sind auf allen Stränden (auch Nungwi, Paje) ein Risiko — auch auf gut besuchten
- Berichte über Überfälle auf Strandpromenierende nach Einbruch der Dunkelheit existieren
- Nach Dunkelheit zum Strand nur in Begleitung und nahe beleuchtetem Hotel-Bereich
Kendwa Full Moon Party-Rückfahrt:
- Die monatliche Strandparty in Kendwa zieht ein großes Publikum an. Rückfahrten mitten in der Nacht nach Paje oder Stone Town sind aufwändig — lieber in Kendwa oder Nungwi übernachten.
Alleinreisende Frauen
Sansibar gilt im Allgemeinen als sicher für Frauen, die allein reisen — besonders in Touristen-Bereichen und Resorts. Einschränkungen:
- Strandbesuche nachts allein: vermeiden — auch auf gut besuchten Stränden
- Kleiderordnung: Außerhalb von Resorts und Strandgebieten Schultern und Knie bedecken — das reduziert unerwünschte Aufmerksamkeit erheblich
- Abends in Gruppen: Bei Dunkelheit in Stone Town besser in Gruppen bleiben
- Touren: Reputierte Anbieter (über Hotel buchen), keine spontanen Angebote von Unbekannten annehmen
Notfallkontakte
| Dienst | Nummer |
|---|---|
| Polizei (Zanzibar) | 999 |
| Medizinische Auskunft | 199 |
| Notfall (allgemein) | 112 |
| Deutsche Botschaft Dar es Salaam | +255 22 211 5555 |
| Österreichische Botschaft (Nairobi, zuständig für TZ) | +254 20 4284000 |
Repatriierung/Medizinische Notfallrückführung: Deine DACH-Reisekrankenversicherung (nicht das ZIC!) ist der erste Anruf im Ernstfall.
Gesundheits-Infrastruktur
- Mnazi Mmoja Hospital — einziges staatliches Krankenhaus auf Sansibar, Stone Town, Kaunda Road. Notaufnahme vorhanden.
- Aga Khan Dispensary — bessere Privatversorgung, Stone Town
- Zanzibar Hyperbaric Chamber — einzige Überdruckkammer in ganz Tansania (für Taucherunfälle) — DAN-zertifiziert
Auslandsversicherung für DACH-Reisende: Zur Aufrechterhaltung der Versicherungsleistungen muss das ZIC (Zanzibar Insurance Certificate, USD 44/Erwachsener) gesondert bei der Einreise erworben werden — es ersetzt aber NICHT die eigene Reisekrankenversicherung.
Reiseversicherung und Notfallevakuierung: Was du wirklich brauchst
Das ZIC (Zanzibar Insurance Certificate, USD 44/Erwachsener) ist seit dem 1. Oktober 2024 Pflicht für alle Einreisenden. Es deckt medizinische Basisversorgung bis etwa USD 50.000 — das reicht für eine Notaufnahme, nicht für eine Evakuierung nach Europa.
Was DACH-Reisende zusätzlich brauchen:
Eine Auslandskrankenversicherung (z.B. HanseMerkur, ADAC) für unbegrenzte Krankenhauskosten und Rücktransport nach Deutschland, Österreich oder Schweiz. Ohne diese Versicherung kann eine medizinische Evakuierung von Sansibar nach Europa sechsstellige EUR-Beträge kosten.
AMREF Flying Doctors ist eine spezifische Ergänzung: AMREF bietet Notfall-Evakuierungsdeckung aus ganz Tansania einschließlich Sansibar — Kurzzeit-Tarife ab USD 45 pro Person für bis zu 14 Tage, Langzeittarif bis 2 Monate für USD 60 pro Person. AMREF betreibt einen 24-Stunden-Notruf (+254 20 699 2299 / Tansania: +255 684 818 071) und organisiert Flug- und Bodenambulanz. Wichtig: AMREF ist kein Ersatz für Reisekrankenversicherung — es deckt nur den Evakuierungsflug, nicht die Behandlungskosten.
Für Taucherunfälle spezifisch: Die Zanzibar Hyperbaric Chamber (DAN-zertifiziert) ist die einzige Überdruckkammer in ganz Tansania. DAN-Mitgliedschaft für Taucher ist empfehlenswert.
Scams und Betrug — was tatsächlich passiert
Neben klassischem Taschendiebstahl gibt es auf Sansibar einige bekannte Betrugsformen, die gezielt auf Touristen ausgerichtet sind:
Gefälschte Reiseführer und Tour-Anbieter: In Stone Town sprechen Unbekannte Touristen auf der Straße an und bieten günstige Touren zu Spice Farms, Delfinen oder Privatstränden. Manche sind legitim — manche erhöhen den Preis später oder liefern ein deutlich schlechteres Erlebnis als verkauft. Touren immer über das Hotel oder bekannte Anbieter buchen.
“Spice Farm” Traps: Einige inoffizielle Guides führen zu privaten Gärten (keine echten Spice Farms) und verlangen am Ende hohe Eintritts- und “Guide”-Gebühren. Die echten Spice Farms (Kizimbani, Kidichi) sind staatlich registriert — auf offizielle Bestätigung bestehen.
Wechselkurs-Manipulation: Geldwechsel auf der Straße ist illegal und Touristenfalle. Nur an offiziellen Wechselstuben oder Bankautomaten (ATMs mit Netzwerk-Logo) tauschen.
Taxi-Preise: Am ZNZ-Flughafen und in Stone Town rufen Taxifahrer oft zwei- bis dreifache Marktpreise für Touristen. Preis VOR Einsteigen verhandeln. Über Hotel vorbuchen ist am zuverlässigsten.
Unterkunfts- und Zimmersicherheit
Die meisten Boutique-Hotels und Resorts auf Sansibar sind sicher. Trotzdem einige Regeln:
- Hotel-Safe nutzen: Reisepass-Kopie, Kreditkarten und größere Bargeldmengen im Zimmersafe, nicht im Rucksack
- Zimmerschloss: Tür beim Verlassen immer abschließen, auch für kurze Strandgänge
- Wertsachen am Strand: Nicht unbeaufsichtigt lassen. Am Strand nur mitbringen was man braucht (Handtuch, Wasser, ein Telefon) — alles andere im Zimmer lassen
- Wertgegenstände im Zimmer bei Abwesenheit: Manche Guesthouses haben Reinigungspersonal mit Zimmerzugang — das ist Normal, kein Alarmzeichen. Trotzdem: alles Wertvolle in den Safe
Bargeld-Logik: Genug USD für den Tag mitnehmen, Rest im Safe. Große Bargeldsummen am Strand oder im Gedränge von Stone Town ist unnötig.
Digitale Sicherheit und Konnektivität
- Geldautomaten: ATMs in Stone Town (Barclays, NMB, Equity) sind zuverlässig. Skimmer-Risiko ist auf Sansibar gering, aber: Kontoauszüge nach Rückkehr prüfen
- Öffentliches WLAN: In Cafés und Hotels oft ungesichert — Bankgeschäfte nur über mobiles Daten (SIM) oder VPN
- Handy-Diebstahl: In Stone Town auf Straße Handy nicht offen halten. Telefonieren in ruhigen Gassen oder im Café, nicht im Gedränge
Verhalten im Notfall
Wenn Diebstahl passiert:
- Polizei Stone Town (Shangani Police Station, nahe Stone Town Haupteingang) für eine Anzeige aufsuchen — die meisten Reiseversicherungen verlangen eine Polizeilieferung
- Deutsche Botschaft Dar es Salaam informieren: +255 22 211 5555
- Kreditkarten sofort sperren (EC/Visa/MC Sperr-Hotline aus der App oder +49-Nummer)
Wenn ein medizinischer Notfall passiert:
- Mnazi Mmoja Hospital, Kaunda Road, Stone Town — staatliche Notaufnahme, kostenlose Erstversorgung
- Aga Khan Dispensary Stone Town — für bessere Privatversorgung
- AMREF Flying Doctors Notruf: +254 20 699 2299 (24 Stunden, aus ganz Tansania)
- Deine Reisekrankenversicherung anrufen — die DACH-Versicherung, nicht das ZIC
Wichtige Nummern (wiederholt zum Ausdrucken):
| Dienst | Nummer |
|---|---|
| Polizei (Zanzibar) | 999 |
| Notfall (allgemein) | 112 |
| Deutsche Botschaft Dar es Salaam | +255 22 211 5555 |
| Österreichische Botschaft Nairobi | +254 20 4284000 |
| AMREF Flying Doctors Notruf | +254 20 699 2299 |
Naturgefahren: Sonne, Mücken, Meerestiere
Sonne: Der Äquator ist nah. UV-Index auf Sansibar liegt in der Trockenzeit bei 10–12 (extrem). Sonnencreme LSF 50 morgens auftragen — nicht erst, wenn man zum Strand geht. Zwischen 11:00 und 15:00 Uhr auf dem Wasser oder weißen Sand ist Sonnenbrand in 20 Minuten möglich.
Mücken: Malariaprävention ist nicht verhandelbar (Malarone® ab 1–2 Tage vor Anreise). Zusätzlich: DEET-Repellent (mind. 20%), Langärmeliges nach Sonnenuntergang, Moskitonetz auch wenn das Hotel “keine Mücken” verspricht. Mücken sind am aktivsten in Dämmerung und frühen Abend.
Meerestiere: Seeigel auf dem Riff sind häufig (besonders bei Niedrigwasser) — Wasserschuhe tragen oder sorgfältig schauen. Steinfische und Feuerfische existieren — nicht auf Riff-Oberflächen treten, immer über ihnen schwimmen. Quallen: selten, aber in Saison möglich — vor dem Schwimmen am Strand nach Meldungen fragen. Keine gefährlichen Haie in Küstennähe (Strandbesuche sicher).
Hitze: Tropische Hitze (32–36°C in der Hauptsaison) kombiniert mit Feuchtigkeit ist erschöpfender als man denkt. Ausreichend Wasser (2–3 Liter täglich), Mittagsruhe, und langsame Anpassung in den ersten Tagen.
Für alleinreisende Frauen konkret deckt der Tansania Solo-Frauen-Guide das Safari-Umfeld, Stone-Town-Kleidung und Belästigungen, Ostküsten-Strandsicherheit und was LGBTQ+-Reisende wissen sollten.
→ Verwandte Guides: Gesundheit: Malaria, ZIC, medizinische Versorgung · Einreise & ZIC-Versicherung: Schritt für Schritt · Sansibar im Überblick — alle Guides · Stone Town: Orientierung und Tipps · Schnorcheln & Tauchen — Sicherheit und beste Spots
Frequently asked questions
Ist Sansibar sicher für Touristen?
Ja — Sansibar ist für Touristen in Ostafrika-Maßstab vergleichsweise sicher. Gewaltkriminalität gegen Touristen ist selten. Die realen Risiken sind Kleinkriminalität (Taschendiebstahl), Straßenverkehr (UK FCDO warnt ausdrücklich vor tanzanischen Straßen) und Schwimmunfälle (Unterströmungen, Gezeitenabhängigkeit der Ostküste). Mit normaler Reisevorsicht ist ein sicherer Aufenthalt gut möglich.
Was ist mit dem US Level-3-Hinweis für Tansania?
Das US-Außenministerium hat Tanzania am 31. Oktober 2025 auf Level 3 (Reconsider Travel) hochgestuft — das klingt erschreckend, muss aber eingeordnet werden. Hauptgründe: Unruhen nach der Wahl, Terrorismusrisiko in der Mtwara-Region (an der Mozambique-Grenze, weit von Sansibar entfernt), und Risiken für LGBTQ+-Reisende. Das Auswärtige Amt (Berlin) und das UK FCDO bewerten Sansibar anders — das FCDO warnt ausdrücklich nur vor dem Grenzgebiet Tanzania/Mozambique, NICHT vor Sansibar.
Ist Sansibar sicher für Alleinreisende Frauen?
Generell ja — mehrere Solo-Reisende Frauen beschreiben Sansibar als sicher, insbesondere in Touristenbereichen. Wichtige Einschränkungen: Strandbesuche nachts allein vermeiden (auch auf gut besuchten Stränden). Strenge Kleiderordnung außerhalb von Resorts beachten (Schultern und Knie bedecken in Dörfern und Stone Town). Aufdringliche Strandhändler (beach boys) können lästig sein — bestimmtes, höfliches Nein hilft. In Gruppen reisen wenn möglich abends.
Ist Sansibar sicher für LGBTQ+-Reisende?
Das ist die schwierigste Frage. Homosexuelle Handlungen sind in Sansibar gesetzlich verboten — Männer: bis zu 14 Jahre Haft; Frauen: bis zu 5 Jahre (oder umgerechnet TSh 500.000 Geldstrafe). In der Praxis sind Touristen bisher nicht in großer Zahl strafrechtlich verfolgt worden. Reiseveranstalter wie Expert Africa empfehlen: 'Reise diskret.' Körperliche Zuneigung in der Öffentlichkeit sollte vermieden werden. Das Hotel-Zimmer ist ein privater Raum und nicht Teil der öffentlichen Strafverfolgung. Trotzdem: die Rechtslage ist ernst und muss bekannt sein.
Welche Strände haben gefährliche Unterströmungen?
Die Ostküste (Paje, Jambiani, Matemwe, Michamvi) ist tidenabhängig — bei Niedrigwasser flaches Riff, bei Hochwasser starke Strömungen. Nungwi und Kendwa an der Nordküste haben weniger ausgeprägte Gezeiten. Im Pemba-Kanal gibt es starke Oberflächenströmungen (nur für erfahrene Taucher/Schnorchler). Allgemeinregel: Lokale fragen, ob und wo gerade sicher zu schwimmen ist. Wenn ein Rip Current erwischt: ruhig bleiben, parallel zum Ufer schwimmen, nicht gegen den Strom ankämpfen.
Was kostet medizinische Notversorgung auf Sansibar?
Das Mnazi Mmoja Hospital ist das einzige öffentliche Krankenhaus in Stone Town (Kaunda Road) — kostenlose Notaufnahme für Grundversorgung. Die Aga Khan Dispensary in Stone Town bietet bessere Privatversorgung. Für Taucherunfälle: Die Zanzibar Hyperbaric Chamber ist die einzige Überdruckkammer in ganz Tansania (DAN-zertifiziert). Wichtig: Das ZIC (Zanzibar Insurance Certificate) deckt nur ~USD 50.000 ab und ist KEIN Ersatz für eine eigene Reisekrankenversicherung. Auslandskrankenversicherung aus DACH ist Pflicht.
Was kostet eine AMREF Flying Doctors Evakuierung?
AMREF Flying Doctors bietet Kurzzeit-Evakuierungsdeckung für ganz Tansania einschließlich Sansibar ab USD 45 pro Person für bis zu 14 Tage. Für bis zu 2 Monate kostet die Abdeckung USD 60 pro Person. AMREF betreibt einen 24-Stunden-Hilfruf aus ganz Tansania. Wichtig: AMREF ist kein Ersatz für Reisekrankenversicherung — es deckt nur Evakuierungsflüge, nicht Behandlungskosten.
Was tun, wenn ich auf Sansibar ausgeraubt werde?
Zuerst: in Sicherheit bringen, keine Gegenwehr beim bewaffneten Raub. Dann: Shangani Polizeistation in Stone Town aufsuchen (für Versicherungsanzeige). Deutsche Botschaft Dar es Salaam anrufen (+255 22 211 5555). Kreditkarten sofort sperren. Wichtig: Die meisten Reiseversicherungen verlangen eine Polizeilieferung als Nachweis — ohne Anzeige keine Erstattung.


